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Brücke in WM-Ort eingestürzt

In Belo Horizonte, wo am Dienstag ein WM-Halbfinal ausgetragen wird, brach eine Überführung auf eine Strasse. Ein Bus und weitere Fahrzeuge wurden getroffen.

Beim Einsturz kamen mindestens zwei Personen ums Leben: Einer der zwei eingeschlossenen Bau-Lastwagen. (3. Juli 2014)
Beim Einsturz kamen mindestens zwei Personen ums Leben: Einer der zwei eingeschlossenen Bau-Lastwagen. (3. Juli 2014)
Keystone
Zur Zeit des Einsturzes soll die Strasse stark befahren gewesen sein. (3. Juli 2014)
Zur Zeit des Einsturzes soll die Strasse stark befahren gewesen sein. (3. Juli 2014)
Reuters
Die Brücke sollte bis zur WM fertiggestellt sein. (3. Juli 2014)
Die Brücke sollte bis zur WM fertiggestellt sein. (3. Juli 2014)
Keystone
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Bisher konnte sich Brasilien im Lob über den unerwartet reibungslosen WM-Ablauf sonnen, doch ein tragisches Bauunglück stürzt das Land nun in Schock und Trauer. Beim Einsturz einer noch nicht fertiggestellten Brücke in der südöstlich gelegenen WM-Stadt Belo Horizonte wurden nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet und 19 verletzt.

Auf Überwachungskameras war zu sehen, wie die noch im Bau befindliche Strassenbrücke bei dichtem Verkehr plötzlich in sich zusammenfiel. Ein riesiges Teilstück der Brücke brach ab und begrub unter anderem den Vorderteil eines Busses unter sich. Präsidentin Dilma Rousseff bot den Kommunalbehörden staatliche Hilfe an.

Lastwagen völlig zerquetscht

Am Unfallort bot sich den 14 angerückten Feuerwehrmannschaften ein Bild des Grauens. Neben zwei offenbar unbemannten Baulastwagen wurde auch ein Kleinwagen von der tonnenschweren Last völlig zerquetscht. Wieviele Insassen sich in dem Pkw befanden, war zunächst unklar. In dem plattgedrückten Wrack dürfte kaum jemand überlebt haben. Aus dem Bus wurden nach Feuerwehrangaben 13 Insassen unversehrt geborgen, die Fahrerin kam ums Leben.

Das Unglück ereignete sich rund fünf Kilometer vom Mineirao-Stadion entfernt, in dem zuletzt einige Spiele der Fussball-WM ausgetragen wurden. Am kommenden Dienstag findet dort eine Halbfinalpartie statt. Die Brücke hätte Ende Juli fertiggestellt werden sollen, sagte ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Die Überführung war als Transportweg für Schnellbusse gedacht. Zum Zeitpunkt des Unfalls wurden bereits die Baugerüste entfernt.

«Wie ein Erdbeben oder eine Bombe»

Neben der Fahrerin des Busses sei auch eine weitere Person ums Leben gekommen, sagte ein Vertreter des Büros des Bürgermeisters. Ob sich auch ausländische Touristen unter den Opfern befanden, war zunächst nicht zu ermitteln.

Ebenso im Dunkeln blieb die Unglücksursache. Die mit dem Bau der Strassenbrücke betraute Betreiberfirma Cowan teilte mit, Inspektoren seien vor Ort. Zu einem Ergebnis seien sie noch nicht gekommen.

Die Lehrerin Alexandra Pereira hielt mit ihrem zehn Jahre alten Sohn in ihrer Wohnung ein Nickerchen, als die 20 Meter entfernt liegende Strassenbrücke einstürzte. «Es hörte sich wie ein Erdbeben oder eine Bombe an», sagte sie. «Ich schaute aus dem Fenster und geriet in Panik. Ausser einer riesigen Staubwolke konnte ich nichts erkennen.»

Tödlicher Unfall: Autobrücke auf Strasse gestürzt. (Video: Storyful/Youtube)

Anwohner zogen Verletzte aus den Trümmern

Innerhalb von Sekunden, schilderte Pereira, seien ihre Nachbarn im Erdgeschoss hinausgeeilt, um Verletzte aus dem teils eingeschlossenen Bus zu ziehen. Sie und etliche Bewohner von neun Wohngebäuden nahe der Strassenüberführung hätten sich schon vor langer Zeit beim Büro des Bürgermeisters darüber beschwert, dass sie wegen der Bauarbeiten um ihre Sicherheit fürchteten, sagte sie. Ihr Antrag auf eine Entschädigungszahlung für einen Umzug sei jedoch abgelehnt worden, die Behörde habe ihnen versichert, dass das Bauprojekt sicher sei.

Laut Feuerwehrsprecher Edgar Estevo da Silva haben Beamte jedoch die anliegenden Wohngebäude inspiziert und keine Anzeichen für eine Gefährdung durch den Einsturz festgestellt.

Das tragische Unglück von Belo Horizonte ist der schwerwiegendste Vorfall während der WM in Brasilien, die laut Beobachtern bis dato weitaus weniger chaotisch verlaufen ist als befürchtet. So hatte es im Vorfeld grosse Bedenken gegeben, ob die Flughäfen und Strassen dem Zustrom der vielen Touristen gewachsen sein würden. Hintergrund sind die Verzögerungen und Streichungen von Infrastrukturprojekten für die WM.

Dabei hatten Politiker nach dem WM-Zuschlag für Brasilien im Jahr 2007 Investitionen in Höhe von acht Milliarden Dollar in 56 Airports, U-Bahnlinien und andere Projekte versprochen. Allerdings konnten weniger als zehn dieser Vorhaben rechtzeitig für das Grossereignis fertiggestellt werden – darunter die in Belo Horizonte eingestürzte Strassenbrücke.

(AP)

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