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Brachte die Bergsturzenergie den Gletscher zum Schmelzen?

Mit dem Murgang als unmittelbare Folge des Bergsturzes am Piz Cengalo hatten die Fachleute offenbar nicht gerechnet.

Acht Personen werden vermisst: Der Bergsturz in Bondo im Video.

Es war einer der grössten Bergstürze der Schweiz seit über 100 Jahren. Vor einer Woche sind drei Millionen Kubikmeter Fels am Piz Cengalo abgebrochen. Ein Szenario, das man vorausgesehen hatte. Dennoch sind Experten überrascht: Niemand hat offenbar vorausgesehen, dass sich aus dem abgebrochenen Material unmittelbar ein Murgang (eine Schlammlawine) bildet.

«Damit haben wir nicht gerechnet»: Mario Cavigelli, hier bei einer Medienkonferenz in Bern. (Quelle: Keystone/ Peter Schneider)
«Damit haben wir nicht gerechnet»: Mario Cavigelli, hier bei einer Medienkonferenz in Bern. (Quelle: Keystone/ Peter Schneider)

Der Bünder Regierungsrat Mario Cavigelli gibt gegenüber SRF eine Fehleinschätzung zu: «Dass es gleichzeitig viel Wasser gibt, das diese trockene Abbruchmasse bewegen und so einen Murgang weiterentwickeln könnte – damit haben wir nicht gerechnet.»

Rückkehr zu den Häusern: Nach zwei Monaten darf ein Grossteil zurückkehren. (3. September 2017).
Rückkehr zu den Häusern: Nach zwei Monaten darf ein Grossteil zurückkehren. (3. September 2017).
Giancarlo Cattaneo, Keystone
Es könnte zu weiteren Felsstürzen kommen: Angehörige der Armee stellen in Bondo eine Richtstrahlanlage ein. (2. September 2017)
Es könnte zu weiteren Felsstürzen kommen: Angehörige der Armee stellen in Bondo eine Richtstrahlanlage ein. (2. September 2017)
Giancarlo Cattaneo, Keystone
Wenige Tage später: Die Gegend liegt unter einer dicken Schicht Geröll.
Wenige Tage später: Die Gegend liegt unter einer dicken Schicht Geröll.
Giancarlo Cattaneo, Keystone
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Cavigelli fügt an, dass der Piz Cengalo seit 2011 intensiv überwacht worden sei. «Man hat die Abbruchmengen bei diesem Bergsturz ziemlich genau vorhergesehen und konnten die Gemeinde ziemlich exakt beraten», sagt Cavigelli im Interview.

«Energie aus Aufprall schmolz Eis»

Gemäss dem Geologen des Bündner Amtes für Wald und Naturgefahren handelt es sich beim Murgang in Bondo um ein weltweit einzigartiges Phänomen. «Mir ist nicht bekannt, dass ein solcher Prozess schon einmal stattgefunden hat», sagt Andreas Huwiler zu Tele Züri.

«Solcher Prozess ist mir nicht bekannt»: Geologe Andreas Huwiler. (Bild: Screenshot Tele Züri)
«Solcher Prozess ist mir nicht bekannt»: Geologe Andreas Huwiler. (Bild: Screenshot Tele Züri)

Der Gletscher, der sich unter dem Piz Cengalo befindet, spielte seiner Meinung nach bei der Bildung der Schlammlawine eine grosse Rolle. Er vermutet, dass beim Aufprall der Abbruchmasse Energie freigesetzt wurde, die grosse Mengen des Eises zum Schmelzen brachte.

Die genaue Ursache ist jedoch noch nicht geklärt.

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