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Blutige Zwangsräumung endet mit fünf Toten

Die Räumung einer Wohnung im deutschen Karlsruhe endet in einem Blutbad. Der mutmassliche Täter soll mehrere Waffen besessen haben. Die Rede ist von fünf Toten – darunter der Gerichtsvollzieher.

Am Mittag wurde eine Spezialeinheit zum Einsatz gerufen: Polizisten in Karlsruhe. (4. Juli 2012)
Am Mittag wurde eine Spezialeinheit zum Einsatz gerufen: Polizisten in Karlsruhe. (4. Juli 2012)
AFP
In diesem Haus kam es zur Schiesserei: Im Haus, in dem es zum Geiseldrama kam, steht ein Fenster offen. (4. Juli 2012)
In diesem Haus kam es zur Schiesserei: Im Haus, in dem es zum Geiseldrama kam, steht ein Fenster offen. (4. Juli 2012)
AFP
Rund 200 Polizisten sind im Einsatz. (4. Juli 2012)
Rund 200 Polizisten sind im Einsatz. (4. Juli 2012)
AFP
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Bei der Geiselnahme in Karlsruhe hat der Täter zwei der Opfer regelrecht hingerichtet. Die beiden Männer seien gefesselt und durch Kopfschüsse getötet worden, teilt die Polizei in Karlsruhe mit. Ein dritter Mann sei tot vor einer Couch im Wohnzimmer gefunden worden. Er hatte laut Polizei versucht, dem 53 Jahre alten Täter die Waffe zu entreissen, wurde dabei aber durch mehrere Schüsse tödlich getroffen.

Die 55 Jahre alte Lebensgefährtin des Mannes und Mieterin der Wohnung starb den Angaben zufolge durch einen aufgesetzten Schuss. Der Täter richtete sich durch einen Schuss mit einer Schrotflinte in den Kopf selbst.

Nach Polizeiangaben besass der Mann mehrere Schusswaffen. Er hatte die späteren Opfer, die für eine Zwangsräumung kamen, zunächst in die Wohnung gelassen und dann als Geisel genommen. Einen Sozialarbeiter liess der Mann laufen.

Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei war am Mittag nach einer Eskalation der Lage angefordert worden. Dabei seien die Beamten auf mehrere Tote gestossen, hiess es.

Stundenlang keinen Kontakt

Das Drama begann am Morgen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wollte der Gerichtsvollzieher gegen 9 Uhr die Wohnung im Kanalweg betreten. Dabei war er vermutlich in Begleitung des neuen Inhabers, eines Mitarbeiters eines Schlüsseldienstes und des Hausmeisters. Mehrere Schüsse seien gefallen, sagte der Sprecher unter Berufung auf Aussagen von Anwohnern und Einsatzkräften.

Die Polizei ging zunächst davon aus, dass sich neben dem Gerichtsvollzieher auch dessen Begleiter in der Gewalt des Geiselnehmers befanden. Ob es sich bei dem Täter um den Mieter handelt, ist noch unklar. Stundenlang hatten die Beamten zunächst keinen Kontakt zum Geiselnehmer, dann erfolgte der Zugriff.

Tatort abgesperrt

Eine Verhandlungsgruppe und Spezialkräfte waren den Angaben zufolge im Einsatz. Der Tatort wurde in einem Umkreis von 400 bis 500 Metern abgesperrt. Die Polizei räumte mehrere Wohnhäuser, eine Schule und einen Kindergarten.

Wie viele Anwohner von der Räumung betroffen waren, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Bei dem Kanalweg in der Karlsruher Nordstadt handelt es sich um eine grosse, breite Strasse in einem ehemaligen Wohnviertel der US-Armee.

dapd/AFP/sda/ami/rub

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