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Blutige Schiesserei im Mafiamilieu – sechs Tote

Bei einer Schiesserei in der Nähe von Neapel sind sechs Afrikaner getötet worden. Möglicherweise ging es um Machtkämpfe zwischen der örtlichen Mafia und Drogendealern

Kurz zuvor sei in dem Ort ein Italiener in einem Spielcasino erschossen worden. Der Mord an ihm ereignete sich rund 20 Minuten bevor es zu der Schiesserei kam. Die Polizei sprach von der bislang blutigsten Schiesserei in der Region. Sie prüfte einen möglichen Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen.

Wahrscheinlich ging es um eine Auseinandersetzung zwischen der örtlichen Mafia und afrikanischen Drogendealern. «Diese These muss noch bestätigt werden», sagte der Polizist. Bei dem erschossenen 53-jährigen Italiener handelte es sich den Angaben zufolge um ein mutmassliches Mitglied eines Mafiaclans.

Von den getöteten Afrikanern kamen drei aus Ghana, einer aus Togo, einer aus Liberia und ein weiterer aus Ghana oder Liberia. Bei einem Mann, der während der Schiesserei verletzt wurde, war ebenfalls unklar, ob er aus Ghana oder Liberia stammte. Er wurde im Spital behandelt.

Der Casalesi-Clan ist der mächtigste innerhalb der neapolitanischen Camorra. Er zieht zwischen Neapel und Caserta die Fäden im Drogen- und Prostituiertenmilieu. In der Gegend wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Menschen umgebracht.

Angehörige und Freunde empört

Empört und wütend reagierten Familienangehörige und Freunde auf die Bluttat und die Mutmassung, die getöteten Männer seien kriminell und hätten mit der Mafia zu tun. Einige Einwanderer zertrümmerten die Schaufenster von Geschäften und beschädigten Fahrzeuge in der Nähe des Tatortes.

«Wir wollen Gerechtigkeit, es ist nicht wahr, dass unsere getöteten Freunde mit Drogen handelten oder mit der Mafia zu tun hatten», schrien sie. Ordnungskräfte marschierten auf.

SDA/cpm

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