Zum Hauptinhalt springen

Bill Cosby gegen eine Million Dollar Kaution frei

Mehr als ein Jahr wehrte sich Hollywood-Star Cosby gegen immer neue Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe. Kurz vor Ablauf einer Verjährungsfrist wurde er angeklagt.

Bestreitet eine Straftat: US-Komiker Bill Cosby.
Bestreitet eine Straftat: US-Komiker Bill Cosby.
Keystone

Kurz vor Ablauf der Verjährungsfrist ist der US-Entertainer Bill Cosby wegen sexueller Übergriffe angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft warf dem 78-Jährigen am Mittwoch vor, Anfang 2004 eine Frau in seinem Haus gedrängt zu haben, Tabletten zu nehmen und Wein zu trinken, so dass sie nicht mehr in der Lage gewesen sei, sich seiner Zudringlichkeiten zu erwehren. Danach habe er sich an ihr vergangen. Im Falle einer Verurteilung drohen Cosby fünf bis zehn Jahre Gefängnis und eine Strafe von 25000 Dollar.

Cosby erschien zur Verlesung der Anklage in Begleitung seiner Anwälte im Gericht in Elkins Park bei Philadelphia. Er trug eine graue Kapuzenjacke, ging am Stock und antwortete nicht auf Zurufe von Journalisten. Er stimmte zu, mit der Klägerin nicht in Kontakt zu treten. Zur Anklage selbst äusserte er sich nicht. Das Gericht forderte die Hinterlegung einer Kaution von einer Million Dollar. Dafür bleibt Cosby auf freiem Fuss. Sein nächster Gerichtstermin wurde auf den 14. Januar festgelegt.

Unter Drogen gesetzt

Mit der Anklageerhebung revidierte Staatsanwalt Kevin Steele eine frühere Entscheidung seiner Behörde, die sich 2005 geweigert hatte, Strafanklage gegen Cosby zu erheben. Die Frau hatte der Polizei berichtet, Cosby habe sie in seinem Haus in Philadelphia unter Drogen gesetzt und sich dann an ihr vergangen. Cosby hat unter Eid eingeräumt, mit der Frau geschlafen zu haben. Dies sei jedoch mit ihrem Einverständnis geschehen. Die heute 42-Jährige hatte den Entertainer damals in seinem Haus aufgesucht, um Karrieretipps zu bekommen.

Die Frau ging schliesslich mit einem Zivilrechtsprozess gegen Cosby vor. 2006 einigten sich beide vertraulich, ohne dass es zu einem Urteil kam. Unterlagen aus diesem Verfahren wurden auch auf Druck der Nachrichtenagentur AP in diesem Sommer freigegeben. Auch andere Frauen erhoben ähnliche Vorwürfe gegen Cosby.

Kurz vor Verjährungsfrist

Aus den Akten geht unter anderem hervor, dass Cosby sich sogenannte Quaaludes besorgte, ein Mittel, das betäubend wirkt, gleichzeitig die Hemmschwelle senkt und so die Lust steigert. Cosby sagte damals, er habe sie Frauen geben wollen, aber nicht ohne deren Wissen.

Nach der Veröffentlichung griffen die Staatsanwälte den Fall der Universitätsangestellten noch einmal auf. Steele sagte, wenn die heute vorliegenden Fakten bereits 2005 bekannt gewesen wären, wäre Cosby wohl schon damals vor Gericht gestellt worden. Die Entscheidung, Cosby anzuklagen, fiel jetzt wenige Tage vor Ablauf einer Verjährungsfrist.

Aufruf für weitere Opfer

Trotz ähnlicher Missbrauchsvorwürfe, die Dutzenden andere Frauen gegen den Star der Fernsehserie «Die Bill Cosby Show» vorgebracht hatten, war Cosby bislang aber noch nie angeklagt worden. Steele rief mögliche andere Opfer auf, gegen den Entertainer vorzugehen.

Die Anwältin der ehemaligen Universitätsmitarbeiterin sagte, ihre Mandantin sei bereit, Cosby in einem Prozess gegenüberzutreten. «Sie spürt, dass sie ihr glauben», sagte die Juristin. Im Prozess könnte es auch um die Frage gehen, ob der Richter Aussagen von Frauen zulässt, die Cosby ähnliche Vorwürfe machen, deren Fälle aber bereits verjährt sind. Im Prozess könnte es auch um die Frage gehen, ob der Richter Aussagen von Frauen zulässt, die Cosby ähnliche Vorwürfe machen, deren Fälle aber bereits verjährt sind.

(AP)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch