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Bauer aus Rehetobel zu Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt

Ein 60-Jähriger aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden, der 2010 einen Nachbarn von Schlägern verprügeln liess, wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt.

Keine Idylle auf dem Land: Der verurteilte Bauern stammen aus Rehetobel AR.
Keine Idylle auf dem Land: Der verurteilte Bauern stammen aus Rehetobel AR.
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Ein Landwirt aus Rehetobel AR ist zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt worden. Der 60-Jährige hatte seinen Nachbarn 2010 von einer Schlägertruppe verprügeln lassen. Zwei Mitangeklagte erhielten teilbedingte und bedingte Freiheitsstrafen.

Die Attacke auf den Nachbarn geschah am 8. Juni 2010. Die drei maskierten Angreifer versteckten sich am frühen Morgen im Stall und warteten, bis der Bauer kam, um seine Kühe zu melken. Zwei Männer traktierten ihn mit Fäusten, Tritten und einem Holzstock mit Eisenstück, der dritte stand Schmiere.

Der Bauer wurde schwer verletzt und lag tagelang wegen einer Hirnerschütterung, mehrerer Brüche und Riss-Quetsch-Wunden auf der Intensivstation. Der 39-Jährige leide heute noch unter körperlichen und seelischen Folgen des Überfalls, sagte der Staatsanwalt am Mittwoch vor dem Ausserrhoder Kantonsgericht, der ersten Instanz.

Schläger erpressten Auftraggeber

Für die Attacke auf den missliebigen Nachbarn bezahlte der Bauer insgesamt 17'500 Franken: Den Vermittlern und Schlägern reichte der Schlägerlohn jedoch nicht. Weil sie den Auftraggeber um weitere 30'000 Franken erpressten, ging der Bauer zur Polizei.

Bei einer fingierten Geldübergabe konnten die beiden Mittelsmänner und einer der Schläger schliesslich verhaftet werden. Die drei Schläger sind bereits vor drei Jahren zu Freiheitsstrafe zwischen 18 Monaten und vier Jahren verurteilt worden.

«Nur Abreibung verpassen»

Der geständige Landwirt und die beiden Mittelsmänner gaben die Tat vor dem Strafgericht in Trogen zu. Der heute 60-jährige Auftraggeber sagte, er habe seit Jahren Streit mit seinem Nachbarn gehabt. «Er versuchte, meine Kühe zu vergiften. Deshalb wollte ich ihm einen Denkzettel verpassen», sagte der Angeklagte, der seit der Tat freiwillig in eine Psychotherapie geht und Vater von zwei Kindern geworden ist.

Die angeheuerten «Jungs aus dem Balkan» hätten dem missliebigen Nachbarn nur eine Abreibung verpassen sollen, einen «vaterländischen Chlapf». Eine bedingte Freiheitsstrafe von höchstens drei Monaten sei genug, sagte der Verteidiger des Auftraggebers.

Der Staatsanwalt hatte wegen Anstiftung zu Angriff, qualifizierter einfacher Körperverletzung und Hausfriedensbruchs eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten verlangt. Das Gericht verschärfte die Strafe auf 30 Monate. 12 Monate werden vollzogen, der Bauer könne diese in Halbgefangenschaft absitzen, sagte der Richter bei der Urteilseröffnung am Mittwochabend.

Mittäter schieben Schuld auf Schläger

Dass die Schläger den Nachbarn spitalreif prügelten, sei nicht die Schuld der Angeklagten gewesen, argumentierten die Verteidiger der beiden Mitangeklagten. Sie verlangten bedingte Strafen für den 41-jährigen Sozialhilfebezüger und den 33-jährigen Chauffeur, der damals als Mieter im «Stöckli» auf dem Hof des Auftraggebers wohnte.

Das Gericht verurteilte den 41-Jährigen, der die Schläger aus dem Balkan anheuerte, zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten. 12 Monate werden vollzogen.

Für den 33-Jährigen fällte das Gericht eine bedingte Strafe von 24 Monaten. Der Staatsanwalt hatte für beide Angeklagten wegen des Angriffs auf den Bauern und weiterer Straftaten teilbedingte Freiheitsstrafen von 36 Monaten verlangt.

Die Forderungen des Opfers von über 200'000 Franken verwies das Gericht auf den Zivilweg, soweit diese nicht von den Angeklagten anerkannt wurden.

SDA

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