Basler Uni-Atommüll reist in die USA

Zwei Kilo Uran der Universität Basel werden in die USA geschickt, um es dort waffenunfähig zu machen. Die Uni lagerte die Brennelemente im ältesten Reaktor der Schweiz.

Die Brennelemente des Baslers Forschungsreaktors gehen zurück in die USA: Warnschilder an einem Container mit radioaktivem Abfall. (Archivbild)

Die Brennelemente des Baslers Forschungsreaktors gehen zurück in die USA: Warnschilder an einem Container mit radioaktivem Abfall. (Archivbild)

(Bild: Keystone Gaetan Bally)

2,2 Kilo hochangereichertes Uran aus einem stillgelegten Forschungsreaktor der Universität Basel sind in die USA gebracht worden. Der Atommüll soll dort in nicht-waffenfähiges Material umgewandelt werden. Das Uran stammte ursprünglich aus den USA.

Das Departement Physik der Uni Basel betrieb den Versuchs- und Übungsreaktor ab 1959, was ihn zum ältesten Reaktor der Schweiz macht. Inzwischen ist jedoch experimentelle Kernphysik in Basel kein Forschungsschwerpunkt mehr. Zudem sind am Reaktor-Standort Neubauten geplant, denen die Anlage weichen muss. Dieser älteste Atomreaktor der Schweiz steht so seit Ende 2013 still.

Die Rückführung der 13 bestrahlten Uran-Brennelemente sei im Rahmen eines Programms der amerikanischen Nuklearsicherheitsverwaltung erfolgt. Der Transport in Spezialbehältern per Schiff in eine Anlage in Savannah River sei in enger Zusammenarbeit mit Schweizer und amerikanischen Behörden durchgeführt worden, hiess es weiter.

1959 Weltausstellungs-Reaktor

Der Basler Forschungsreaktor war der älteste Atomreaktor der Schweiz. Die Uni Basel hatte ihn 1959 bei einer amerikanischen Firma gekauft. An der Weltausstellung in Brüssel war er im selben Jahr ausgestellt worden. Über die Rückführung des Urans aus Basel flossen nun jedoch Informationen aus Sicherheitsgründen sehr spärlich.

Für den Rückbau des Reaktors hatte die baselstädtische Regierung zehn Millionen Franken zurückgestellt. Der Stadtkanton übernimmt laut früheren Uni-Angaben diese Ausgaben allein, weil der Reaktor installiert wurde, als die Universität noch vom Kanton Basel-Stadt alleine getragen wurde - heute ist Baselland Mitträger-Kanton.

Tauchsieder statt Atombombe

Der Reaktor hatte schon die kantonale Politik beschäftigt: Auf Fragen von Parlamentariern zur Sicherheit des Geräts antwortete die Basler Regierung 2011, die Anlage sei ein Nullenergiereaktor mit einer Höchstleistung von zwei Kilowatt. Dies entspreche der Leistung eines Tauchsieders.

Wegen dieser geringen Leistung haben die Brennstäbe allerdings eine Lebensdauer von mehreren 100 Jahren. Und das verwendete Uran ist atomwaffenfähig - es bräuchte indes weit mehr als die gut 2 Kilo für eine Bombe.

slw/sda

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