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Badawis Körper erträgt keine weiteren Peitschenhiebe

Ärzte machten erneut auf den schlechten Gesundheitszustand des zu 1000 Peitschenhieben verurteilten saudiarabischen Bloggers aufmerksam. Ob das die Regierung kümmert, ist ungewiss.

Demonstranten simulieren das Auspeitschen vor der saudiarabischen Botschaft in Washington. (15. Januar 2015)
Demonstranten simulieren das Auspeitschen vor der saudiarabischen Botschaft in Washington. (15. Januar 2015)
AFP

Die neuerliche Auspeitschung des saudiarabischen Bloggers Raef Badawi könnte nach Angaben von Menschenrechtlern zum zweiten Mal in Folge verschoben werden. Ein Ärzte-Komitee sei nach einer Untersuchung des 30-Jährigen zu dem Schluss gelangt, dass dessen Gesundheitszustand zunächst keine weiteren Peitschenhiebe zulasse, teilte Amnesty International mit. Es sei aber unklar, ob die saudiarabische Regierung den Rat der Mediziner befolge, oder ob sie trotzdem eine Fortsetzung der Bestrafung anordne. Amnesty verlangte die sofortige Freilassung Badawis.

Die Auspeitschung war für Freitag angesetzt, nachdem der ursprüngliche Termin eine Woche zuvor ebenfalls aus medizinischen Gründen abgesagt worden war. Die Wunden des Bloggers, der am 9. Januar die ersten 50 Peitschenhiebe über sich ergehen lassen musste, waren nach Angaben seiner Frau Ensaf Haidar noch nicht ausreichend verheilt.

Kritik an Religionspolizei

Badawi war zu 1000 Peitschenhieben verurteilt worden, nachdem er auf seiner Internetseite «Liberal Saudi Network» immer wieder die Religionspolizei für ihre harte Durchsetzung der in dem wahhabitischen Königreich vorherrschenden strengen Auslegung des Islam kritisiert hatte. Im Jahr 2012 wurde er deshalb festgenommen und im November vergangenen Jahres wegen «Beleidigung des Islam» verurteilt. Die Peitschenhiebe sollen auf 20 Wochen aufgeteilt werden.

Der Fall des Bloggers sorgte international für Empörung. Die EU forderte am Donnerstag erneut ein Ende der Bestrafung. Ein solches Vorgehen sei «erniedrigend, inakzeptabel und verstösst gegen die Menschenwürde», sagte eine Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Federica Mogherini. Die EU und ihre Mitgliedstaaten stünden weiter im Kontakt mit den Behörden in Saudiarabien, um sich für Badawi einzusetzen.

(AFP)

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