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Australische Todeskandidaten scheitern bei letztem Versuch

Andrew Chan und Myuran Sukumaran sitzen in Indonesien weiterhin im Todestrakt. Die beiden Australier scheiterten mit ihrem Berufungsantrag erneut. Präsident Joko Widodo kennt keine Gnade für die Drogendealer.

Richter bestätigen Todesurteil gegen Australier: Andrew Chan (links) und Myuran Sukumaran.
Richter bestätigen Todesurteil gegen Australier: Andrew Chan (links) und Myuran Sukumaran.
AFP

Zwei in Indonesien zum Tode verurteilte Australier sind mit einem letzten Versuch gescheitert, ihre bevorstehende Hinrichtung zu verhindern. Ein Gericht in Jakarta wies einen erneuten Berufungsantrag von Andrew Chan und Myuran Sukumaran zurück.

Präsident Joko Widodo hatte das Gnadengesuch der beiden zum Tode verurteilten Drogenhändler ohne Begründung abgelehnt. Die Anwälte der beiden Männer legten daraufhin Beschwerde ein und forderten eine Begründung der Entscheidung. Die Justiz wies die Beschwerde im Februar aber ab.

Strenge Gesetze gegen Drogenschmuggel

Gegen diese Entscheidung legten die Anwälte Berufung ein, die nun jedoch ebenfalls vom Richter Ujang Abdullah zurückgewiesen wurde. Er habe keine Handhabe, den Umgang des Präsidenten mit Gnadengesuchen zu prüfen.

Die australische Regierung protestiert seit Wochen gegen die geplante Hinrichtung und versucht, die indonesische Regierung zu einem Gnadenakt zu bewegen. Indonesien argumentiert wiederum, die strengen Gesetze gegen Drogenschmuggel seien bekannt. Sie müssten mit aller Härte angewendet werden, um Drogendelikte einzudämmen.

Weitere juristische Schritte angekündigt

Die beiden Männer waren 2006 zum Tode verurteilt worden. Im Februar wurden sie aus einem Gefängnis auf der Insel Bali auf die Hinrichtungsinsel Nusa Kambangan südlich von Java verlegt.

Normalerweise bleiben Häftlinge dort nur wenige Tage, bevor sie vor ein Erschiessungskommando gestellt werden. Die Anwälte verhinderten die Exekution aber mit weiteren Anträgen vor Gericht.

Sie kündigten sie weitere juristische Schritte an, wie australische Medien berichteten. Die Anwälte wollen gemeinsam mit der indonesischen Menschenrechtskommission bis vor das oberste Gericht ziehen. Ihr Argument: Die beiden Verurteilten hätten sich vollständig gewandelt und bereuten ihre Taten zutiefst.

Späte Reue

Chan und Sukumaran galten als Anführer der Bali Neun-Gang – neun Australier, die im April 2005 versucht hatten, 8,3 Kilogramm Heroin von der Ferieninsel Bali nach Australien zu schmuggeln.

Anfänglich stritten sie jede Schuld ab, zeigten aber später Reue. Die Gefängnisverwaltung in Bali bescheinigte ihnen exzellente Führung. Sukumaran habe Malkurse angeboten, Chan Gottesdienste geleitet und sie hätten einen hervorragenden Einfluss auf Mitgefangene.

Diplomatische Spannungen

Präsident Widodo hat sich aber jede Einmischung in Justizangelegenheiten verbeten. Zur Empörung der Indonesier hatte Australiens Premierminister Tony Abbott die Milliardenhilfe seines Landes für Indonesien nach den verheerenden Tsunami vor zehn Jahren ins Gespräch gebracht und eine Begnadigung als angemessene Geste der Dankbarkeit dargestellt.

Die australische Regierung bot auch vergeblich einen Gefangenenaustausch oder die Übernahme der Kosten für eine lebenslange Haft der beiden an.

Indonesien hat die Hinrichtung mehrerer Ausländer angekündigt, die alle wegen Drogendelikten verurteilt worden sind. Unter ihnen sind sind drei Nigerianer, ein Franzose, ein Philippiner, ein Brasilianer und ein Ghanaer. Auch Frankreich und Brasilien bemühen sich darum, ihre Bürger vor der Hinrichtung zu retten. Mehrere Berufungsanträge von Mitgliedern der Gruppe laufen noch.

SDA/bru

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