Drittes Kriegsschiff im Kampf gegen die Brände

3000 Reservisten der Armee sollen den Feuerwehrleuten in Australien helfen. Das ist eine Premiere in der Geschichte des Landes.

Australiens Premierminister Scott Morrision erklärte am Samstag, bis zu 3000 Reservisten würden aufgeboten. Ein Zwei-Sterne-General sei mit der Beaufsichtigung der Bekämpfung der Buschbrände durch das Militär beauftragt worden. Zudem komme der Helikopterträger HMAS Adelaide der Armee zum Einsatz - es ist das dritte Kriegsschiff, das den Einsatzkräften hilft.

«Die Regierung hat diese Entscheidung nicht leichtfertig gefällt», betonte Verteidigungsministerin Marise Payne. Es sei das erste Mal in der Geschichte Australiens, dass Reservisten in so grosser Zahl herangezogen würden.

«Die heutige Entscheidung bringt mehr Füsse auf die Erde, mehr Flugzeuge in die Luft, und mehr Schiffe auf See», sagte Morrison. Australiens Armee unterstützt die Einsatzkräfte im Kampf gegen die Buschbrände bereits seit Monaten mit rund 2000 Soldaten sowie mit Erkundungsflügen und Logistik.

Morrison in der Kritik

Wegen seiner Reaktion auf die dramatischen Brände war Morrison zuletzt in die Kritik geraten. Der Regierungschef war zunächst in die Ferien nach Hawaii geflogen, während sein Kontinent in Flammen stand. Bei einem Besuch der halb zerstörten Stadt Cobargo wurde er am Freitag ausgebuht. Eine weinende Schwangere und ein freiwilliger Feuerwehrmann weigerten sich, Morrison die Hand zu geben. Schliesslich machte der Premier kehrt, die Bewohner riefen ihm Beschimpfungen hinterher.

Premierminister Scott Morrison war unerwünscht. Video: AP

Am Samstag verteidigte Morrison seinen Umgang mit der Krise. Dem Vorfall in Cobargo wollte er keine grössere Bedeutung beimessen. «In dieser Situation haben Menschen gemischte Gefühle», betonte er. Er habe bereits «viele Umarmungen» verteilt, fügte er hinzu.

Die Polizei teilte unterdessen mit, dass ein Buschbrand den Flinders-Chase-Nationalpark auf der Känguru-Insel nahezu zerstört habe. Zwei Menschen seien ums Leben gekommen, als die Flammen auf ihr Auto übergegriffen hätten. Sie seien noch nicht identifiziert worden.

Der Premier von Südaustralien, Steven Marshall, sagte, durch den Brand auf der Känguru-Insel gebe es auch «erhebliche Verluste» unter den Wildtieren. In dem Nationalpark leben unter anderem Kängurus, Koalas und Ameisenigel.

Ausnahmezustand im Südosten

Australien wird seit Monaten von verheerenden Buschbränden heimgesucht. Mindestens 22 Menschen kamen seit September ums Leben, hunderte Häuser und Gebäude wurden zerstört.

Eine neue Zuspitzung der Lage wird für dieses Wochenende erwartet, wenn die Temperaturen auf weit über 40 Grad Celsius steigen sollen. Nahezu im gesamten Südosten des Landes gilt der Ausnahmezustand.

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