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Auslieferungsverfahren gegen «El Chapo» eröffnet

Während Sean Penn für sein Interview mit Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán Kritik aus dem Weissen Haus einstecken muss, hat Mexiko Guzmáns Auslieferungsverfahren eingeleitet.

Sechs Männer gekidnappt, unter ihnen wohl ein Sohn von «El Chapo»: Bewaffnete Beamte vor dem Restaurant La Leche in Puerto Vallarta, wo es zu der Entführung kam. (16. August 2016)
Sechs Männer gekidnappt, unter ihnen wohl ein Sohn von «El Chapo»: Bewaffnete Beamte vor dem Restaurant La Leche in Puerto Vallarta, wo es zu der Entführung kam. (16. August 2016)
Ulises Ruiz Basurto/EPA, Keystone
Hinter Gittern: Juan Manuel Álvarez hat für Joaquin «El Chapo» Guzman und dessen Sinaloa-Kartell Geld gewaschen. (27. März 2016)
Hinter Gittern: Juan Manuel Álvarez hat für Joaquin «El Chapo» Guzman und dessen Sinaloa-Kartell Geld gewaschen. (27. März 2016)
Mexico's Federal Police, or SEGOB, via AP, Keystone
Als sie «El Chapo» schnappen konnten: Sicherheitskräfte des mexikanischen Militärs eskortieren den verhafteten Joaquín Guzmán in einem Navy-Hangar in Mexico City. (22. Februar 2014)
Als sie «El Chapo» schnappen konnten: Sicherheitskräfte des mexikanischen Militärs eskortieren den verhafteten Joaquín Guzmán in einem Navy-Hangar in Mexico City. (22. Februar 2014)
EPA/Mario Guzman
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Zwei Tage nach der Festnahme des berüchtigten Drogenbosses «El Chapo» Guzmán hat die mexikanische Regierung das Verfahren für eine Ausweisung in die USA begonnen. Am Sonntag besuchten zwei Beamte von Interpol Mexiko das Gefängnis nahe der Hauptstadt Mexiko-Stadt, in dem Guzmán seit seiner Wiederergreifung einsitzt, um zwei Haftbefehle zu vollstrecken, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Damit wurde das Auslieferungsverfahren offiziell eröffnet. Als nächstes muss ein Richter über die Ausweisung Guzmáns entscheiden. Die Entscheidung wird dann an das Aussenministerium weitergeleitet, das grünes Licht für die Ausweisung geben muss. Guzmán habe aber die Möglichkeit, Einspruch gegen die Entscheidung des Ministeriums einzulegen, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft.

Spezialeinheiten hatten «El Chapo» am Freitag in einem Haus nahe der Ortschaft Los Mochis im Nordwesten Mexikos aufgespürt und festgenommen. Am Samstag wurde er in das Hochsicherheitsgefängnis in Altiplano zurückgebracht, aus dem er im Juli entflohen war. Bislang weigerten sich die mexikanischen Regierungen, «El Chapo» an die USA auszuliefern, wo er wegen Drogendelikten und Mordes angeklagt werden soll. Am Samstag kündigte die Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto nun aber an, die Auslieferung vorzubereiten.

Scharfe Kritik an Sean Penn

Hollywood-Star Sean Penn ist für sein Interview mit dem mexikanischen Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán in den USA scharf kritisiert worden. Ein Sprecher des Weissen Haus sagte am Sonntag, es sei «unerträglich», wie Guzmán mit seinen Verbrechen geprahlt habe. Das «sogenannte Interview» werfe einige «interessante Fragen» an Penn und andere Beteiligte auf, sagte der Stabschef von Präsident Barack Obama, Denis McDonough, dem Fernsehsender CNN. Drei Monate, bevor der meistgesuchte Verbrecher Amerikas am Freitag vom mexikanischen Militär geschnappt wurde, hatte er den US-Schauspieler Penn im Dschungel empfangen und einen Tequila mit ihm getrunken. Das US-Magazin «Rolling Stone» berichtete am Samstag in allen Einzelheiten über die konspirative Begegnung, der monatelange Geheimverhandlungen vorausgegangen waren, an denen auch die mexikanische Schauspielerin Kate del Castillo beteiligt gewesen sein soll.

Penn schrieb im «Rolling Stone», er habe sich am 2. Oktober sieben Stunden lang mit Guzmán auf einer Dschungellichtung getroffen. Das Magazin druckte ein Foto, auf dem Penn Guzmán die Hand gibt. Bei einem Tequila habe «El Chapo» dann mit seinen Verbrechen geprahlt: «Ich liefere mehr Heroin, Methamphetamin, Kokain und Marihuana als irgend jemand sonst in der Welt», gab ihn Penn wieder. «Ich habe eine Flotte aus U-Booten, Flugzeugen, Lastwagen und Schiffen.»

AFP/afo

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