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Ausgebrochene Raubtiere verängstigen Kleinstadt

In einer Stadt im US-Bundesstaat Ohio sind fast 50 Raubtiere aus einem Zoo ausgebrochen. Um die Bevölkerung zu schützen, hat die Polizei die Löwen, Bären und Wölfe zum Abschuss freigegeben.

«Die Nacht brach herein, und wir konnten es nicht riskieren, diese Tiere in Freiheit zu lassen»: Tom Stalf vom Zoo in Columbus erklärt, warum die entlaufenen Raubtiere getötet werden mussten. (20. Oktober 2011)
«Die Nacht brach herein, und wir konnten es nicht riskieren, diese Tiere in Freiheit zu lassen»: Tom Stalf vom Zoo in Columbus erklärt, warum die entlaufenen Raubtiere getötet werden mussten. (20. Oktober 2011)
Keystone
Zum Schutz der Bevölkerung abgeschossen: Toter Löwe in Zanesville. (18. Oktober 2011)
Zum Schutz der Bevölkerung abgeschossen: Toter Löwe in Zanesville. (18. Oktober 2011)
Keystone
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Die Geschichte erinnert an eine leicht abgeänderte Version des Romans «Planet der Affen»: Tiere fliehen aus ihren Gehegen und versetzen im Anschluss die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Doch was sich zurzeit in der US-Stadt Zanesville abspielt, ist nicht ein Aufstand der Affen, sondern der Löwen, Tiger, Geparden, Wölfe, Giraffen und Bären. Insgesamt 48 Tiere sind aus einem Zoo der Kleinstadt im US-Bundesstaat aus ihren Gehegen ausgebrochen.

Ob sie sich selbst befreiten oder das Gehege von Menschenhand geöffnet wurde, ist zurzeit noch unklar. Es ist nicht das Einzige, was an der Geschichte noch ungeklärt ist: Nachdem Anwohner den Ausbruch am Dienstag vermeldeten, begab sich die Polizei vor Ort und fand vor den leeren Gehegen den Besitzer des Zoos – tot. Die Polizei gab bisher keine näheren Angaben zur Todesursache. Jedoch befanden sich mehrere der Tiere in der Nähe des Wärters. Wie der örtliche Sheriff Mat Lutz gegenüber «US Today» mitteilt, hätten sich diese sehr aggressiv verhalten.

Zum Abschuss freigegeben

Die Behörde leitete umgehend Massnahmen ein, um die Bevölkerung zu schützen. In der ganzen Stadt wurden Warnschilder montiert: «Vorsicht, wilde Tiere!» oder «Bleiben Sie in Ihrem Auto». Zudem rief die Polizei die Leute auf, in ihren Häusern zu bleiben, schreibt Foxnews. Mehrere Schulen sind zurzeit geschlossen. Via Twitter können sich die Bewohner von Zanesville über die aktuelle Situation informieren.

Zurzeit befinden sich rund 20 Tiere in und im Umkreis der Stadt. «Sie verstecken sich an dunklen Orten und in Bäumen», sagt Sheriff Lutz. Obwohl in Zanesville noch kein Mensch durch eines der Tiere verletzt oder getötet wurde, greift die Polizei zu einer radikalen Methode: Die Tiere sind seit ihrem Ausbruch zum Abschuss freigegeben. Gemäss «US Today» erschoss die Polizei schon über 20 Tiere. An einer Pressekonferenz gab Lutz zu bedenken: «Das sind wilde Tiere, wie wir sie aus TV-Dokumentationen über Afrika kennen. Sie sind gross und äusserst aggressiv.» Zur Unterstützung der Polizei hat der Zoo mehrere Mitarbeiter nach Zanesville geschickt.

Besitzer im Konflikt mit dem Gesetz

Näheres ist inzwischen über Terry Thompson, den toten Besitzer der Tierfarm, bekannt: Nachbarn beschreiben ihn gegenüber «US Today» als «interessanten Charakter». Nebst seinen Tieren soll er auch Besitzer von mehreren Schnellbooten und Kleinflugzeugen gewesen sein. Er besass zudem ein Geschäft für Motorradutensilien und verkaufte Waffen.

Obwohl Bekannte ihn als guten Tierhalter beschreiben, soll er wegen seines Zoos schon mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt gestanden haben. Der 62-Jährige war der Polizei zufolge erst vor wenigen Wochen aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er eine einjährige Haftstrafe wegen illegalen Waffenbesitzes verbüsst hatte. Medienberichten zufolge hatte die US-Bundespolizei FBI bei einer Razzia auf der Farm im Juni 2008 mehr als einhundert Waffen beschlagnahmt. Thompson sei in der Vergangenheit auch immer wieder mit Bussgeldern belegt worden, weil er seine Tiere frei herumlaufen lassen habe.

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