Zum Hauptinhalt springen

Amokschütze fiel beim US-Militär durch

Er tötete seine Klassenkameraden und Lehrer: Christopher Harper Mercer plante die Bluttat von Oregon minuziös. Ermittler entdeckten bei ihm ein ganzes Waffenarsenal.

Nach einem Studentenstreit fallen Schüsse: Polizist in Arizona. (9. Oktober 2015)
Nach einem Studentenstreit fallen Schüsse: Polizist in Arizona. (9. Oktober 2015)
Jake Bacon/Arizona Daily Sun, Keystone
Kondolenzbesuch: Der Bürgermeister von Roseburg, Larry Rich (links), und die Gouverneurin von Oregon, Kate Brown, begrüssen den US-Präsidenten Barack Obama. (9. Oktober 2015)
Kondolenzbesuch: Der Bürgermeister von Roseburg, Larry Rich (links), und die Gouverneurin von Oregon, Kate Brown, begrüssen den US-Präsidenten Barack Obama. (9. Oktober 2015)
Brendan Smialowski, AFP
Eine Patronenhülse liegt als Beweisstück auf dem Boden.  (1. Oktober 2015)
Eine Patronenhülse liegt als Beweisstück auf dem Boden. (1. Oktober 2015)
Michael Sullivan/The News-Review via AP, Keystone
1 / 15

Nach dem College-Blutbad setzen die Ermittler weitere Details zum Tathergang und Todesschützen zusammen. Der Schütze hatte ein ganzes Waffenarsenal bei sich und war in der Literaturklasse eingeschrieben, die er attackierte.

Christopher Harper Mercer hat sich auf seine Bluttat minuziös vorbereitet und war schwer bewaffnet. Er habe sechs Waffen und eine schusssichere Weste getragen, teilten die Behörden mit. Zudem gaben Ermittler erstmals Details über seine Opfer preis: Sie waren demnach zwischen 18 und 67 Jahre alt, unter ihnen waren mehrere Studienanfänger und ein Lehrer.

Am Donnerstag erschoss der 26-Jährige laut den Behörden am Umpqua Community College in Roseburg neun Menschen. Bei einer Schiesserei mit der Polizei kam er danach um.

Religiöses Motiv?

Das Motiv des Täters blieb unklar. Doch verdichteten sich die Hinweise auf ein mögliches religiöse Motiv. Janet Willis, Grossmutter eines der Opfer, sagte, der Schütze habe gezielt Christen ins Visier genommen.

Ihre Enkelin Anastasia Boylan sass in dem Klassenzimmer, in dem der Täter das Feuer eröffnete. Er habe die Studenten nach ihrer Religion gefragt, sagte Willis unter Berufung auf ihre Verwandte. «Wenn sie sagten, sie seien Christen, schoss er ihnen in den Kopf.» Zudem habe der Schütze einem verschont gebliebenen Studenten mit der Anweisung ein Paket gegeben, es an die Behörden zu schicken.

Sieben Waffen in Wohnung entdeckt

Laut der Staatspolizei von Oregon war Mercer in der Literaturklasse eingeschrieben, die er attackierte. Interimsstaatsanwalt Billy Williams sagte zudem, der Schütze habe eine Handfeuerwaffe gegen seine Kommilitonen eingesetzt. In einem anderen Raum habe der Täter zudem ein Gewehr verstaut, das er dann nicht benutzt habe. Was er damit vorgehabt habe, könne unmöglich ermittelt werden, sagte Williams weiter.

Zuvor hatte die für Bekämpfung von Waffenschmuggel zuständige Behörde ATF mitgeteilt, dass in Mercers Wohnung sieben weitere Waffen gefunden worden seien. Alle Pistolen und Gewehre seien legal erworben worden.

Faszination für IRA

In der Vergangenheit hatte Mercer erfolglos an einem Feldlager für Rekruten teilgenommen. Die militärische Grundausbildung habe er 2008 nicht bestanden, teilte die US-Armee mit. Er habe Anfang November jenen Jahres in Ft. Jackson in South Carolina das Feldlager begonnen, sei aber schon am 11. Dezember entlassen worden, weil er die Mindeststandards nicht erfüllt habe. Rekruten müssen normalerweise eine gute physische und psychische Verfassung aufweisen und eine gewisse Punktzahl in einem Test erreichen, der sich unter anderem um Wissen über Wissenschaft, Mathematik sowie Textverständnis dreht.

Die Profile von Mercer in den sozialen Netzwerken legten zudem den Eindruck nahe, dass er von der nordirischen Untergrundorganisation IRA fasziniert und von der traditionellen Religion frustriert war. Zudem informierte er sich im Internet über andere Massenschiessereien.

Der Vater des Amokläufers, Ian Mercer, äusserte sich noch Donnerstagnacht gegenüber der Presse: Er sei schockiert. Es sei ein sehr niederschmetternder Tag für ihn und seine Familie gewesen.

«Heute war ein niederschmetternder Tag»: Ian Harper spricht mit Journalisten. (Video: Washingtonpost.com)

SDA/dia

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch