Zum Hauptinhalt springen

Alis Vater wendet sich an Eltern der Opfer

Vier Wochen nach dem Amoklauf berichtet der Vater von Ali S. von einem unbeantworteten Mobbing-Hilferuf an die Schule seines Sohnes.

Die Polizei hat einen «möglichen Mitwisser» festgenommen: Sicherheitskräfte stehen vor dem McDonald's nahe dem Olympia-Einkaufszentrum, wo die Schiesserei stattgefunden hat. (23. Juli 2016)
Die Polizei hat einen «möglichen Mitwisser» festgenommen: Sicherheitskräfte stehen vor dem McDonald's nahe dem Olympia-Einkaufszentrum, wo die Schiesserei stattgefunden hat. (23. Juli 2016)
Sven Hoppe, Keystone
Die lokale Polizei warnt sogenannte Trittbrettfahrer nach dem Amoklauf vor möglichen Konsequenzen. Diese können sehr teuer werden. (22. Juli 2016)
Die lokale Polizei warnt sogenannte Trittbrettfahrer nach dem Amoklauf vor möglichen Konsequenzen. Diese können sehr teuer werden. (22. Juli 2016)
Sebastian Widmann, Keystone
Polizeihelikopter über München.
Polizeihelikopter über München.
AFP
1 / 59

Am 22. Juli tötete David S. in einem Münchner Einkaufszentrum neun Menschen, bevor er sich mit seiner illegal erworbenen Pistole selbst das Leben nahm.

Seine Familie versetzen nach der Tat Morddrohungen in Angst und Schrecken. Sie befindet sich deswegen heute an einem geheimen Ort und lebt im Zeugenschutzprogramm.

«Wir weinen mit Ihnen, wir trauern mit Ihnen, und wir leiden mit Ihnen»

Im Gespräch mit der Zeitung «Bild» hat sich der Vater von David S., ein früherer Taxiunternehmer, jetzt an die Hinterbliebenen der neun Toten gewendet.

Seine Familie denke viel «an die Familien der Opfer, die genauso wie wir nach Deutschland gekommen sind für ein besseres Leben für ihre Kinder – und die durch diese schreckliche Tat ein Familienmitglied verloren haben», sagt Masoud S.

Und weiter: «Wir weinen mit Ihnen, wir trauern mit Ihnen, und wir leiden mit Ihnen. Unser Leid und Schmerz sind unendlich und kaum auszuhalten.»

Verzweifelter Brief an den Klassenlehrer

Er wolle die Tat seines Sohnes keinesfalls rechtfertigen, habe den Klassenlehrer des Jungen aber bereits vor Jahren – auch schriftlich – darauf aufmerksam gemacht, dass David S. gemobbt werde, betont Vater Masoud S. Ein entsprechender Brief des Mannes aus dem Jahr 2012 liege der Zeitung vor.

Ein Auszug aus dem Schreiben: «Ich habe vor kurzem erfahren, dass A. (sein Sohn, Anm. der Redaktion) von einer Gruppe extrem gemobbt wird. Er ist wie ihr privater Sklave, muss Befehle ausführen. Wenn er sich verweigert, wird er geschlagen.»

Keine Antwort vonseiten der Behörden

Masoud S. habe in dem Schreiben an den Klassenlehrer seines Sohnes auch seine Verwunderung darüber geäussert, dass die Schikanen niemandem aufgefallen seien beziehungsweise dass «keiner etwas dagegen getan» habe. Eine Antwort habe er allerdings nie erhalten.

Der Jugendbeauftragte des Bezirks arbeitet «Bild»-Informationen zufolge derzeit eine Anfrage aus, um die Rolle der staatlichen Behörden im Zusammenhang mit den Mobbing-Vorwürfen zu prüfen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch