Sturm Burglind gräbt Steinzeitwaffen aus

Ein bei Schaffhausen umgestürzter Baum hat Historisches zu Tage gebracht. Ein Jogger entdeckte in den Wurzeln rund 12'000 Jahre alte Steinwerkzeuge.

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Der heftige Wintersturm Burglind hat nicht nur Schäden angerichtet – er hat auch ein Fenster in die Altsteinzeit geöffnet: In einem Wald bei Schaffhausen stiess ein Jogger in einem Wurzelstock eines umgestürzten Baumes auf archäologische Funde. Dem Mann seien scharfkantige Steine aufgefallen, teilte das Schaffhauser Baudepartement am Dienstag mit. Der Jogger erkannte, dass es sich dabei um Silex (Feuerstein) handelt und meldete seinen Fund der Kantonsarchäologie.

Diese sicherte und dokumentierte den Bereich. Sie konnte dabei gemäss Mitteilung zahlreiche weitere Silexobjekte sichern, die sich ans Ende der Altsteinzeit datieren lassen.

Steine hingen zwischen Wurzeln

«Wo heute dichter Wald wächst, zogen vor 12'000 Jahren kleine Gruppen von Jägern und Sammlern durch eine spärlich mit Birken und Föhren bewachsene Landschaft», schreibt die zuständige Kantonsarchäologie. Im Gebiet des Randen hätten sie Silex abgebaut, den damals wichtigsten Rohstoff.

«Einige Steine hingen zwischen den Wurzeln, andere steckten noch in der Erde um den Baum», berichtet die Schaffhauser Kantonsarchäologin Katharina Schäppi. Eine Fälschung könne mit Sicherheit ausgeschlossen werden.

Speere zur Rentierjagd

Die Silexknollen verarbeiteten sie unter anderem am neuen, dank Burglind entdeckten Fundplatz zu verschiedenen Werkzeugen. Davon zeugen gemäss Mitteilung zahlreiche Abfallstücke und einige Fertigprodukte. Aufgefunden wurden etwa scharfe Einsätze für Speere zur Rentierjagd und Kratzer, mit denen Felle bearbeitet wurden.

Funde aus der Altsteinzeit waren bisher im Kanton Schaffhausen nur aus Höhlen wie dem Kesslerloch oder von durch Felsüberhängen geschützten Stellen wie dem Schweizersbild bekannt. So freut man sich im Kanton über das historische Ereignis: «Es ist das erste Mal, dass Funde aus der Altsteinzeit in der freien Landschaft im Kanton Schaffhausen gefunden wurden», so Schäppi. Solche Fundplätze sind die Ausnahme, da diese die Jahrtausende selten unbeschädigt überstehen. (sep/sda)

Erstellt: 06.02.2018, 10:28 Uhr

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