Opferzahl nach Balkan-Hochwasser steigt auf 59

Die Pegel der meisten Flüsse in Bosnien und Serbien sinken. Zehntausende Menschen sitzen aber noch immer in Notunterkünften fest.

Auf die Flut folgte ein Erdrutsch: Verschüttete Häuser in der Stadt Zenica. (25. Mai 2014)

Auf die Flut folgte ein Erdrutsch: Verschüttete Häuser in der Stadt Zenica. (25. Mai 2014)

(Bild: Keystone)

Die Zahl der Todesopfer durch das Jahrhunderthochwasser auf dem Balkan ist auf 59 gestiegen. In Bosnien bargen Helfer am Sonntag eine Leiche in dem Ort Doboj im Norden und eine weitere in Domaljevac im Nordosten des Landes.

Am Wochenende stabilisierte sich die Lage in den Überschwemmungsgebieten in Bosnien und Serbien allmählich weiter. Die Pegel der meisten Flüsse sanken oder stagnierten zumindest.

95 Prozent der Häuser unter Wasser

In den meisten betroffenen Städten wie Doboj, Maglaj und Samac waren Aufräum- und Desinfektionsarbeiten im Gang. Besonders schwierig war die Lage noch in dem 4000-Einwohner-Dorf Domaljevac, wo 95 Prozent der Häuser noch unter Wasser standen.

Die Polizei sperrte zudem zwei Orte in der Region von Bijeljina im Nordosten Bosniens ab, in denen die verwesenden Kadaver von hunderten ertrunkenen Tieren eine Gesundheitsgefahr darstellten.

Wegen der Überschwemmungen infolge tagelanger Regenfälle mussten in Bosnien, Serbien und Kroatien zwischenzeitlich fast 150'000 Menschen ihre Häuser verlassen. Zehntausende von ihnen sitzen immer noch in Notunterkünften fest.

Schweizer Hilfslieferung eingetroffen

Die erste Schweizer Hilfslieferung traf am Sonntag im Katastrophengebiet ein, wie das Departement für auswärtige Angelegenheiten mitteilte. Die Lieferung enthielt Instrumente zur Trinkwasseraufbereitung und -verteilung. Zudem sollten am Abend sechs weitere Experten des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) in Richtung Serbien, Bosnien und Herzegowina abfliegen.

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) reservierte weitere 300'000 Franken für Sofortmassnahmen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Bereits unmittelbar nach der Flutkatastrophe hatte die DEZA für die betroffene Bevölkerung im Westbalkan 500'000 Franken freigegeben.

ldc/sda

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