Misswahl streng verboten

Die argentinische Stadt Chivilcoy kämpft gegen die in Lateinamerika grassierende Missen-Obsession. Und das mit einer kämpferischen Begründung. Dafür wird jetzt die schönste Maske ausgezeichnet.

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Unzählige Schönheitswettbewerbe gibt es in Argentinien. Jede Provinz, jede Kleinstadt, jedes Bauerndorf, jedes Fischernest und jeder Jahrmarkt krönt eine Schönheit, weshalb im ganzen Land junge Frauen um die Titel der Miss Meer, Miss Strand, Miss Sonnenblume, Miss Dulce de Leche, Miss Schinken, Miss Lachs und Miss Kürbis wetteifern. In der 60‘000 Einwohner zählenden, zwei Autostunden von Buenos Aires gelegenen Stadt Chivilcoy ist nun allerdings Schluss mit der Missen-Obsession: Mit absoluter Mehrheit haben die Mitglieder der Stadtregierung Schönheitswettbewerbe verboten. In der Begründung heisst es, derartige Veranstaltungen seien «symbolische Akte institutioneller sexistischer Gewalt gegen Frauen, welche die Zurschaustellung, Verdinglichung und Selektion ihrer Teilnehmerinnen bedeuten.»

Seit 1954 wurde in Chivilcoy jeweils am 22. Oktober die Schönste der Stadt gewählt. Beteiligen durften sich junge Frauen zwischen 15 und 25 Jahren, sofern sie mindestens einen Meter sechzig gross waren. Nächstes Jahr soll nun der Schönheitswettbewerb durch die Wahl der besten handgefertigten Maske ersetzt werden. Oder durch einen Preis für Einwohner zwischen 15 und 30 Jahren, die sich durch besonderen sozialen Einsatz ausgezeichnet haben. Claudia Marengo, eine Angestellte des «Amtes für Chancengleicheit und Gleichbehandlung der Geschlechter», sagte: «Ich hoffe, man wird sich an uns weltweit ein Vorbild nehmen.» In der nördlichen Provinz Misiones ist dies bereits der Fall. Dort sollen Schönheitswettbewerbe zumindest an Schulen verboten werden. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.12.2014, 18:24 Uhr

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