Schwarzenburg

Kampf um Hanf

Vergangene Woche erschoss ein Berner Hanfbauer einen Dieb. Kein Einzelfall: Immer wieder wird mit roher Gewalt um die Hanfpflanzen gekämpft. Auch wenn die Felder bewacht sind.

Bei Diebstählen von Hanf geht es  oft unzimperlich zu und her.

Bei Diebstählen von Hanf geht es oft unzimperlich zu und her. Bild: BZ

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Die Diebestour von drei Kosovaren endete am frühen Dienstagmorgen vergangener Woche in Schwarzenburg tödlich. Ein 32-jähriger Mann starb, weil ein Landwirt mit seinem Gewehr auf die Diebe schoss. Die drei Kosovaren hatten es auf den Hanf des Bauern abgesehen. Wie die Kantonspolizei mitteilte, soll der Bauer bereits früher in ähnlichen Situation zum Gewehr gegriffen und geschossen haben.

Das schnelle Geld lockt

Der Mann sei wegen harmlosen Industriehanfs gestorben, teilt der Verein Schweizer HanfFreunde und -Freundinnen (VSHF) mit Sitz in St.Gallen in einem Communiqué mit. «Viele Ausländer glauben, an teures Marihuana zu kommen und schnell reich zu werden», ist der Mitteilung weiter zu entnehmen. Beim Überfall vom Dienstagmorgen soll es sich bereits um den 37.«Nachtangriff» auf das Hab und Gut des Landwirts gehandelt haben. Laut Mitteilung der Hanffreunde sollen die Diebe dabei auch einmal die Tochter des Bauern verletzt haben.

Die Informationen des Vereins sind unbestätigt. Zwar meldete sich am Stephanstag unter dem Telefonanschluss des Hanfbauern eine Frau, doch wollte diese keine näheren Auskünfte erteilen. Auch die Kantonspolizei Bern machte mit dem Verweis auf die laufenden Ermittlungen keine weiteren Angaben.

Mit Pistolen bedroht

Bei Diebstählen von Hanf geht es oft unzimperlich zu und her. 2007 drangen mehrere Bewaffnete in ein Hanffeld bei Murten ein, obwohl das Feld von Wächtern beschützt wurde. Im Oktober desselben Jahres fesselte ein knappes Dutzend Männer die Bewacher eines Hanffeldes bei Frieswil im Seeland, bedrohte sie angeblich mit Pistolen und entkam mit gut 60 Hanfstauden. In der nächsten Nacht kamen die Diebe wieder, wurden aber vom aufgerüsteten Wachdienst vertrieben. Einer der Hanfdiebe soll gar mit einem Beil bewaffnet gewesen sein. Im beschaulichen Weiler wurde damals von «Szenen wie im Krieg» gesprochen. Der bestohlene Hanfbauer gab zu Protokoll, das «Gras» werde vollumfänglich für die Produktion von Lebensmitteln, wie zum Beispiel für Eistee, verwendet.

2004 fuhr ein Hanfbauer im freiburgischen Vuarmarens mit seinem Jeep auf mutmassliche Hanfdiebe los.

Beschlagnahmtes gestohlen

Auch beschlagnahmter Hanf ist begehrtes Diebesgut. Im März 2009 verschwanden 100 Hanfpflanzen, welche die Polizei im Werkhof Grenchen deponiert hatte. 2002 brachen Diebe in Jegenstorf in eine Scheune ein, die die Untersuchungsbehörden nach einer Razzia versiegelt hatten. In der Scheune lagerten mehrere hundert Kilogramm beschlagnahmte Hanfstängel und -blüten. Hanf ist eine der ältesten Nutz- und Zierpflanzen. Aus ihr wird nicht nur die Droge Marihuana, sondern auch Fasern für Stoffe und für Seile sowie Öle hergestellt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.12.2010, 10:02 Uhr

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