Hurrikan Florence: Millionen müssen Gefahrengebiet verlassen

Florence hat das Potenzial, sich zu einem «extrem gefährlichen» Sturm zu entwickeln. An der US-Ostküste beginnen die ersten Evakuierungen.

Eindrücklich: Bilder aus der Internationalen Raumstation zeigen die Hurrikanentwicklung. Video: Tamedia/Storyful

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Mit ersten Evakuierungen hat sich die Ostküste der USA am Montag auf den Hurrikan Florence eingestellt. Nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Warnzentrums (NHC) sollte das Zentrum des Wirbelsturms am Donnerstag auf die Küste treffen.

Im Bundesstaat South Carolina sollen etwa eine Million Einwohner ihre Häuser verlassen. Florence wurde im Laufe des Montags auf der fünfstufigen Hurrikan-Skala von Kategorie eins auf Kategorie vier hochgestuft.

Am Montagabend (18 Uhr MESZ) lag das Zentrum des Wirbelsturms nach Angaben des NHC 925 Kilometer süd-südöstlich von Bermuda. Er zog demnach mit 20 Kilometern pro Stunde weiter in nord-nordwestliche Richtung, die Windgeschwindigkeiten betrugen 195 Kilometer pro Stunde.

Der Hurrikan nähert sich der Stufe 5. (Für eine Echtzeit-Animation anklicken). (11. September 2018) Quelle: kachelmannwetter.com

Am Dienstag und Mittwoch sollte Florence zwischen den Bahamas und Bermuda hindurch in Richtung der US-Ostküste ziehen, wo er am Donnerstag erwartet wird. Bis dahin werde sich Florence zu einem «extrem gefährlichen, bedeutenden Hurrikan» auswachsen, erklärte das NHC.

Trump mahnt zur Vorsicht

Angesichts des herannahenden Hurrikans hat US-Präsident Donald Trump die Bewohner der US-Ostküste zur Vorsicht aufgerufen. «Dies ist einer der schlimmsten Stürme an der Ostküste seit vielen Jahren. Bitte seid vorbereitet, seid vorsichtig und bringt euch in Sicherheit», erklärte Trump am Montagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter. Trump sagte «zur Sicherheit» einen Wahlkampftermin in Jackson im Bundesstaat Mississippi am Freitag ab.

Dem Hurrikanzentrum zufolge dürfte der Hurrikan einen langen Streifen der US-Ostküste vom Norden Floridas bis nach New Jersey treffen. Am stärksten würden voraussichtlich die Bundesstaaten North und South Carolina sowie Virginia getroffen. Die drei Bundesstaaten riefen bereits den Notstand aus, um die Vorbereitungen zu beschleunigen. Ab Dienstag wird laut NHC in einigen Gegenden mit Sturmflutwarnungen zu rechnen sein.

Bedeutendster Hurrikan seit Jahrzehnten?

Der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, ordnete an, einen fast 320 Kilometer langen Küstenabschnitt zu evakuieren. Bis zu eine Million Menschen in der Region wurden aufgerufen, sich ab Dienstagmittag in Sicherheit zu bringen. «Dies ist ein sehr gefährlicher Hurrikan», sagte McMaster. Daher dürfe kein Risiko eingegangen werden.

Virginias Gouverneur Ralph Northam bezeichnete Florence als möglicherweise «bedeutendsten Hurrikan seit Jahrzehnten». Er warnte vor «katastrophalen» Überschwemmungen, starken Winden und weitflächigen Stromausfällen. Das Gefährlichste an Hurrikans sei nicht der starke Wind, sondern Überschwemmungen, warnte er.

Schiffe müssen aufs Meer

Die US-Marine erteilte sämtlichen Schiffen auf ihrem Stützpunkt Hampton Roads in Virginia die Anweisung, aufs offene Meer auszuweichen, da ein Verbleib im Hafen zu gefährlich sei. Später wies sie zudem 30 Kriegsschiffe von ihrem Stützpunkt in Norfolk (Virginia) an, aufs Meer hinauszufahren.

«Unsere Schiffe können Hurrikane dieser Stärke besser aushalten, wenn sie in Bewegung sind», sagte Marinekommandant Christopher Gerdy.

Massenevakuierungen in den USA. (Video: Reuters)

In 26 von 46 Bezirken von South Carolina blieben die Schulen ab Dienstag geschlossen. In der Hafenstadt Charleston kontrollierten Mitarbeiter der Stadt Gullys und Abwasserkanäle. Küstenbewohner brachten Spanplatten vor ihren Fenstern an und füllten Sandsäcke, um ihre Häuser vor starken Winden und Wassermassen zu schützen. Bei Hamsterkäufen in Supermärkten versorgten sich viele Menschen mit Trinkwasser und Lebensmitteln.

Weiteres Ungemach droht

Zwei weitere Wirbelstürme folgten bereits dem Pfad von Florence: Helene erreichte am Montag laut NHC Windgeschwindigkeiten von 165 Kilometern pro Stunde. Isaac steuerte mit Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde auf die Kleinen Antillen zu. Die Inseln leiden noch immer unter den Folgen von Hurrikan Maria.

Im August und September 2017 hatten innerhalb weniger Wochen die drei Wirbelstürme Harvey, Irma und Maria schwere Schäden in der Karibik und im Südosten der USA angerichtet. Tausende Menschen kamen ums Leben. (TA/NN/sda)

Erstellt: 11.09.2018, 09:50 Uhr

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