Grossbrand verwüstet Nationalmuseum in Rio

Ein Feuer hat im brasilianischen Nationalmuseum 20 Millionen Exponate zerstört oder beschädigt.

Das Museum gilt als eines der wichtigsten Ausstellungshäuser Südamerikas. (Video: Tamedia/Storyful)

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Ein Grossbrand hat am Sonntag das Nationalmuseum in Rio de Janeiro verwüstet. Das Museum beherbergt Artefakte aus Ägypten, griechisch-römische Kunst und einige der ersten in Brasilien entdeckten Fossilien.

Wie am Sonntagabend im Fernsehen zu sehen war, griffen die Flammen auf fast alle Teile des historischen Gebäudes über. In einer Mitteilung erklärte das Museu Nacional do Brasil, das Feuer sei gegen halb acht am Abend ausgebrochen.

Verletzte gab es nach Angaben der Museumsverwaltung nicht. Beim Ausbruch des Feuers war das Museum im Stadtteil São Cristóvão bereits geschlossen. Die Feuerwehr kämpfte gegen die Flammen, der Brand war zunächst aber nicht unter Kontrolle.

Genaue Angaben zu den Schäden gab es zunächst noch nicht. Allerdings hiess es in den örtlichen Medien, dass ein grosser Teil der 20 Millionen Exponate zerstört oder beschädigt sein könnte.

Staatschef: 200 Jahre Wissen verloren

«Heute ist ein tragischer Tag für Brasilien», erklärte Staatschef Michel Temer. «200 Jahre Arbeit und Forschung und Wissen sind verloren.»

Paolo Knauss, Direktor eines anderen brasilianischen Museums, zeigte sich im Fernsehen entsetzt. Der Brand sei «eine Tragödie für die Kultur», sagte der Direktor des Museums für Nationalgeschichte im Sender TV Globo.

Ältestes Museum des Landes

Das Nationalmuseum ist das älteste Museum des südamerikanischen Landes und besteht in seiner derzeitigen Form seit 1892. Vorher diente das repräsentative Gebäude als Wohnsitz der portugiesischen Königs- und später der brasilianischen Kaiserfamilie.

Das Museum hat eine geologische, botanische, paläontologische und archäologische Sammlung und gilt als eines der wichtigsten Ausstellungshäuser Südamerikas. Neben Exponaten aus der Region verfügt das Museum auch über ägyptische Mumien, griechische Statuen und etruskische Artefakte. (chk/sda)

Erstellt: 03.09.2018, 04:31 Uhr

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