Bahnkreuz-Unfall: Im Bus sassen Touristen aus Israel

Drei Tote, fünf Schwerverletzte: Das ist die traurige Bilanz eines schweren Unfalls in Wolfenschiessen. Inzwischen haben Polizei und Rettungskräfte über den Unfall informiert.

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Stefan Hohler@tagesanzeiger

Der Unfall in Wolfenschiessen ereignete sich auf dem Bahnübergang Allmend. Der Kleinbus kollidierte mit einem Schnellzug der Zentralbahn (zb), der von Luzern Richtung Engelberg OW unterwegs war. Dieser Bahnübergang ist nur mit Andreaskreuzen gesichert. Im Kleinbus haben sich acht Personen aus Israel, vier Frauen und vier Männer, befunden. Drei kamen ums Leben, fünf wurden schwer verletzt. Zuginsassen wurden keine verletzt.

Die Insassen des Busses wurden eingeklemmt. Die Rettung sei sehr schwierig gewesen, sagte Lorenz Muhmenthaler, Pikettoffizier der Kantonspolizei Nidwalden, am Unfallort. Die Bestürzung sei gross gewesen.

Die fünf verletzten Personen befinden sich nach wie vor in Spitalpflege. Über den aktuellen Gesundheitszustand können keinen Angaben gemacht werden, wie die Nidwalder Justiz mitteilte. Da die Abklärungen zu Angehörigen der verstorbenen und verletzten Personen noch im Gange sind, können keine weiteren Auskünfte zu den Passagieren des Kleinbusses gemacht werden. Das Auto war im Ausland immatrikuliert. Der Lokführer und die Zugbegleiter werden psychologisch betreut.

Die Unfallstelle bei Wolfenschiessen.

Zum Unfallhergang gibt es noch wenig gesicherte Informationen. Klar ist, das Fahrzeug wollte von der Hauptstrasse rechts auf eine kleine Flurstrasse abbiegen. Diese führt zu einem Wasserfall in einem kleinen Seitental. Beim Überqueren des parallel verlaufenden Bahngeleises kam es zum Zusammenprall.

Auf diese kleine Flurstrasse, die zu einem Wasserfall führt, wollte das Fahrzeug einbiegen.

Touristen in Bussen blockiert

Die Bahnlinie war wegen des Unfalls zwischenzeitlich nur zwischen Luzern und Wolfenschiessen befahrbar. Weil auch die Kantonsstrasse gesperrt werden musste, können keine Ersatzbusse eingesetzt werden.

Die Hauptstrasse im Tal ist gesperrt.

Weiter unten im Tal mussten mehrere Reisebusse mit Touristen, die auf den Titlis wollten, warten. Die Fahrzeuge mussten angehalten werden, weil sie die Umfahrung in Wolfenschiessen nicht passieren konnten. Diese führt über eine kleine Brücke.

Die Umfahrung führt von der Hauptstrasse weg über eine kleine Brücke.

Mehrere Übergänge müssen noch saniert werden

Die betroffene Bahnlinie verläuft im Gebiet Wolfenschiessen parallel zur Kantonsstrasse. Insgesamt müssen auf dem Bahnabschnitt noch 32 Bahnübergänge saniert werden. Der Grossteil dürfte aufgehoben werden. 25 davon entfallen auf zwei grosse Sanierungsprojekte in Wolfenschiessen. Nach Angaben des Bundesamtes für Verkehr (BAV) sollen bei den beiden grossen Sanierungsvorhaben in Wolfenschiessen Nord und Süd 22 Bahnübergänge aufgehoben und drei ausgebaut werden.

Einer dieser drei Bahnübergänge ist der Übergang Allmend, auf dem am Montag drei Personen getötet und fünf verletzt worden sind.

Zu den Bahnübergängen, die mit einer Barriere gesichert werden sollen, gehört auch der Übergang Allmend, auf dem sich am Montag das schwere Unglück ereignet hat. Weil das Kantonsparlament im Mai einen Zusatzkredit zurückgewiesen hat, überarbeitet die Baudirektion zur Zeit das Projekt zur Sanierung der Bahnübergänge.

Erst kürzlich Unfall in Wolfenschiessen

Erst vor Kurzem kam es in Wolfenschiessen zu einem Unfall bei einem signalisierten Bahnübergang. Am 21. Juli stiess ein ausländischer Personenwagen mit einem Zug der Zentralbahn zusammen.

DerBund.ch/Newsnet

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