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71 erstickte Flüchtlinge – ein Schlepper packt aus

Der LKW mit 71 toten Flüchtlingen in Österreich erschütterte vor einem Jahr Europa. Jetzt hat ein Schlepper der Bande mit deutschen Medien geredet.

Schwierige Untersuchung: Für die Polizei war es aufgrund des Zustands der Leichen zunächst schwierig festzustellen, wie viele Tote genau in dem Fahrzeug gewesen sind. (27. August 2015)
Schwierige Untersuchung: Für die Polizei war es aufgrund des Zustands der Leichen zunächst schwierig festzustellen, wie viele Tote genau in dem Fahrzeug gewesen sind. (27. August 2015)
Ronald Zak, Keystone
Die Spurensicherung stellte dann fest, dass sich in dem Kühltransporter 71 tote Flüchtlinge befanden. (27. August 2015)
Die Spurensicherung stellte dann fest, dass sich in dem Kühltransporter 71 tote Flüchtlinge befanden. (27. August 2015)
Roland Schlager, Keystone
Die Leichen wurden zur Untersuchung an das forensische Institut der Universität in Wien überstellt. (28. August 2015)
Die Leichen wurden zur Untersuchung an das forensische Institut der Universität in Wien überstellt. (28. August 2015)
AFP
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71 Menschen starben am 27. August 2015 in einem LKW, der an der österreichischen Autobahn abgestellt wurde. Und es hätten noch viele mehr sein können, wie es in einer TV-Dokumentation heisst, die heute Abend um 23.30 Uhr in der ARD gezeigt wird und über die «20 Minuten» berichtet. Ilmaz A. gehörte zu dem Schleppernetzwerk, das für diese Fahrt verantwortlich war. Gemäss «Focus» hat er als erstes Mitglied des Netzwerks mit Journalisten gesprochen.

Ilmaz A. war Fahrer eines Lastwagens, der neun Tage vor dem Zwischenfall in Österreich in Sachsen von der Polizei entdeckt wurde. «Darin wurden 81 Flüchtlinge transportiert», wie Dieter Romann, Präsident der Bundespolizei, in der Dokumentation sagt. Die Bande war demnach für rund 30 Schlepperfahrten verantwortlich, allein 13 davon seien nach oder durch Deutschland gegangen.

«Ich habe sofort meinen Chef angerufen»

Laut dem Schlepper A., der für gewerbsmässiges Schleusen zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, hatte die Bande zunächst Lastwagen mit Planen benutzt, sei dann aber auf geschlossene Transporter umgestiegen, weil die Flüchtlinge die Planen zerschnitten hatten. Während seiner Fahrt nach Sachsen schlugen die eingepferchten Flüchtlinge gegen die Wände des LKW. «Als ich das Klopfen hörte, habe ich sofort meinen Chef angerufen. Der hat gesagt, dass ich die Fahrt fortsetzen solle», erzählt der Mann.

Übernommen und bearbeitet von «20 Minuten».

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