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32 Tote bei Häftlingsrevolte in Bolivien

Bei einem Machtkampf um die Führung eines bolivianischen Gefängnisses kamen dutzende Insassen ums Leben, 50 Menschen wurden verletzt. Unter den Toten befindet sich auch ein eineinhalbjähriges Kind.

Aufstand im Gefängnis: Ein Krankenwagen holt Verletzte ab. (23. August 2013)
Aufstand im Gefängnis: Ein Krankenwagen holt Verletzte ab. (23. August 2013)
Keystone

Bei einem Machtkampf zwischen Häftlingsgruppen sind in einem bolivianischen Gefängnis 32 Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Kind. Mindestens 50 Häftlinge wurden in der Haftanstalt Palmasola verletzt.

Dies berichtete die Zeitung «El Deber» am Sonntag unter Berufung auf verschiedene Spitäler in Santa Cruz de la Sierra. Drei Verletzte waren demnach noch in kritischem Zustand. Kirchenvertreter und Menschenrechtsgruppen betonten, die Strafvollzugsbehörden seien wiederholt gewarnt worden, dass die Überbelegung der Anstalt eine Zeitbombe sei, die jederzeit detonieren könne.

Ursache der Gewalt am Freitagmorgen war laut Innenminister Carlos Romero ein Kampf zwischen zwei Häftlingsgruppen um die Kontrolle von Teilen des Gefängnisses. «Bei der Gelegenheit wurden Macheten, Messer, Knüppel, Schusswaffen, selbst gefertigte Waffen und Gasflaschen eingesetzt, was einen Brand in dem Gebäude auslöste», sagte Romero. Bei den Toten handle es sich um 31 Häftlinge und ein Kleinkind von etwa 18 Monaten.

5000 Häftlinge in Gefangenenstadt

Im grössten Gefängnis Boliviens, 20 Kilometer südlich von Santa Cruz de la Sierra im Südosten des Landes, sitzen nach Angaben des Innenministers rund 5000 Häftlinge in einer Art Gefangenenstadt ein. Bei den Gefangenen leben viele Kinder. Das Wachpersonal hält sich ausserhalb der Haftanstalt auf.

Intern halten die Häftlinge ein eigenes Verwaltungs- und Machtsystem aufrecht. Die Polizei brauchte zwei Stunden, um die kämpfenden Gruppen voneinander zu trennen und das Feuer zu löschen. «Am bedauerlichsten ist, dass diesen Albtraum auch rund 450 Kinder miterleben, die wegen der Verbrechen ihrer Eltern der Freiheit beraubt sind», sagte der Bischof von Santa Cruz, Sergio Gualberto.

Präsident Evo Morales ordnete Medienberichten zufolge eine Untersuchung der Vorfälle an und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Angesichts der Tragödie trage die Nation Trauer, sagte Morales.

SDA/chk/mw

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