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27 Tote bei Explosion in Nachtclub

Während eines Rockkonzerts in der rumänischen Hauptstadt Bukarest löste ein Feuer eine Massenpanik aus. Dutzende kamen ums Leben, mehr als 180 wurden schwer verletzt.

Der rumänische Präsident Klaus Johannis wagt sich in die Höhle des Löwen und besucht die Demonstranten. (8. November 2015)
Der rumänische Präsident Klaus Johannis wagt sich in die Höhle des Löwen und besucht die Demonstranten. (8. November 2015)
Vadim Ghirda, Keystone
Proteste gegen das «System»: 20'000 Demonstranten gehen in Bukarest auf die Strassen. (3. November 2015)
Proteste gegen das «System»: 20'000 Demonstranten gehen in Bukarest auf die Strassen. (3. November 2015)
Vadim Ghirda, Keystone
«Das ist eine grosse Tragödie», sagte der Innenminister Gabriel Oprea (links). (31. Oktober 2015)
«Das ist eine grosse Tragödie», sagte der Innenminister Gabriel Oprea (links). (31. Oktober 2015)
Keystone
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Ein vermutlich von der Feuerwerksshow einer Metal-Band ausgelöster Brand hat in einem Nachtclub in Bukarest zu einer Tragödie mit 27 Toten und 180 Verletzten geführt. Zu den Opfern zählen überwiegend junge Rumänen, die wegen eines Konzerts in dem Club gewesen sind.

Innenminister Gabriel Oprea sagte, das Unglück habe sich am Freitagabend in dem Club Colectiv im Zentrum der rumänischen Hauptstadt ereignet. Er sprach zunächst von einer Explosion. Die rumänischen Behörden stellten in der Nacht zum Samstag jedoch klar, dass ein Feuer in dem im Keller eines Gebäude liegenden Clubs ausgebrochen sei. Eine Explosion habe nicht stattgefunden.

(Video: Youtube/Associated Press)

Präsident Klaus Johannis schrieb auf Facebook, er sei erschüttert und zutiefst berührt von dem tragischen Vorfall. «Es ist ein sehr trauriger Moment für uns alle, für unsere Nation und für mich persönlich», schrieb er. Er überlege, einen Tag der Staatstrauer auszurufen. Ministerpräsident Victor Ponta verkürzte einen Besuch in Mexiko, um nach Bukarest zurückzukehren. Oprea berief ein Notfalltreffen des Kabinetts für Samstagmorgen ein.

Bevölkerung zu Blutspenden aufgerufen

Gesundheitsminister Nicolae Banicioiu rief die Bevölkerung auf, Blut für die Verletzten zu spenden. Der Notfallkoordinator der Regierung, Raed Arafat, berichtete von Verletzten, die in Krankenhäusern wegen Verbrennungen, Rauchvergiftungen und Wunden behandelt würden. 25 Verletzte befänden sich in einem ernsthaften Zustand. «Es ist eine Tragödie ohne Beispiel», sagte er. Einer Krankenhausmitarbeiterin zufolge sind 14- bis 16-Jährige unter den Verletzten.

Posted by Titi Dinca on Friday, 30 October 2015

Augenzeugen sagten dem Fernsehsender Antena 3, rund 300 bis 400 meist junge Leute seien für das Metalcore-Konzert der Band Goodbye to Gravity in dem Club gewesen. Die Besucher hätten nur aus einer Ausgangstür flüchten können, nachdem das Feuer während des Auftritts der Gruppe ausgebrochen sei. Ausgelöst wurde der Brand demnach vermutlich, indem bei einer pyrotechnischen Show auf der Bühne etwas schiefgelaufen ist.

Panisch in Richtung Ausgang geströmt

Medienberichten zufolge wurde der erste Notruf am Freitagabend um 22.32 Uhr abgegeben. Augenzeugen sagten dem Sender Digi 24, die Explosion sei passiert, nachdem ein Funke bei der Bühnenshow eine Styroporverkleidung in Brand gesetzt habe. Antena 3 berichtete, die Menschen seien anschliessend panisch in Richtung des Ausgangs geströmt. Viele Clubgänger hätten zuvor gedacht, die Flammen seien Teil der Show.

Nach der Explosion seien riesige Flammen in dem Club ausgebrochen, sagte Victor Ionescu Antena 3. «Menschen fielen in Ohnmacht, sie wurden ohnmächtig vom Rauch. Es war ein totales Chaos, Menschen trampelten sich nieder», sagte er. «Es war eine Tragödie, die hätte verhindert werden können, wenn es mehr Organisation von den Notfalldiensten gegeben hätte.» Die Feuerschutzregularieren in Clubs und Restaurants in Bukarest werden nicht immer streng eingehalten.

Informationen fehlen

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP sah vor Ort, wie in Notfalldecken eingehüllte Menschen vor dem Club geschockt auf- und abgingen. Andere wollten in das Gebäude, um Angehörige zu finden. Am Unglücksort forderten viele Informationen darüber, was mit ihren Familienmitgliedern und Freunden passiert sei.

Laut der Facebook-Seite der Metalcore-Band wurde Goodbye to Gravity 2011 in Bukarest gegründet. Die Band hat fünf Mitglieder und veröffentlichte bislang zwei Alben. Frontsänger Andrei Gault gewann demnach 2008 die Show «Megastar», die rumänische Version von «Deutschland sucht den Superstar».

(AP)

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