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160 Tote bei Flugzeugunglück – Überlebende geben Interviews

Ein indisches Verkehrsflugzeug mit 169 Menschen an Bord ist am Samstag bei der Landung in der südindischen Stadt Mangalore über die Landebahn hinausgeschossen.

Das Flugzeug verunglückte in einem Waldstück.
Das Flugzeug verunglückte in einem Waldstück.
Keystone
Anwohner begutachten die Rettungsarbeiten.
Anwohner begutachten die Rettungsarbeiten.
Keystone
Ein Überlebender telefoniert mit Angehörigen.
Ein Überlebender telefoniert mit Angehörigen.
Keystone
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Bei einem schweren Flugzeugunglück in Indien sind am Samstag fast 160 Menschen ums Leben gekommen. Eine Maschine der Air India Express schoss bei der Landung auf dem Flughafen der Stadt Mangalore über die Piste hinaus und ging in Flammen auf.

Die aus Dubai kommende Maschine war am Samstag um 6.30 Uhr Ortszeit (3.00 Uhr MESZ) in der südindischen Stadt Mangalore bei der Landung von der Landebahn abgekommen, gegen eine Begrenzungsmauer geprallt und in eine bewaldete Schlucht gestürzt. Dort ging die Boeing mit 160 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern an Bord in Flammen auf.

Im Spital verstorben

«Nach den uns zur Verfügung stehenden Informationen wurden acht Menschen gerettet und zur Versorgung in örtliche Spitäler eingeliefert», sagte ein Sprecher der Fluglinie Air India in Mumbai. Wie ein Polizeisprecher kurze Zeit später sagte, erlag ein Siebenjähriger jedoch im Spital seinen schweren Verletzungen.

Im Fernsehen waren drei Überlebende zu sehen, die auf Tragen in umliegende Spitäler gebracht wurden. Ein Überlebender, Umer Farooq, sagte dem Nachrichtensender NDTV, er habe einen lauten Schlag gehört, als die Maschine auf den Boden prallte.

«Dann drehte das Flugzeug in Richtung einiger Bäume und die Kabine füllte sich mit Rauch», sagte der Mann, der mit Verbrennungen an Armen, Beinen und im Gesicht im Spital lag. «Ich war in Kabeln verfangen, schaffte es aber herauszukriechen», berichtete Farooq weiter.

Landung zunächst normal

Ein anderer Überlebender sagte der Nachrichtenagentur PTI, er sei den Flammen mit lediglich leichten Verletzungen entkommen. «Es gab keine Warnung an die Passagiere und die Landung schien zunächst normal», sagte K.P. Manikutty.

Als die Maschine den Boden berührt habe, sei sie ins Schleudern geraten und sei wenige Augenblicke später gegen etwas gestossen. «Dann ist sie in der Mitte auseinandergebrochen und hat Feuer gefangen», sagte Manikutty.

Bilder des Fernsehsenders NDTV zeigten das qualmende und offenbar auseinandergebrochene Wrack. Das Cockpit war zertrümmert. Rettungskräfte versuchten, die Flammen zu löschen. Inzwischen wurden dutzende Leichen geborgen, die häufig bis zur Unkenntlichkeit verbrannt waren.

Unter den 160 Passagieren waren laut Flugliste 137 Erwachsene, neun Kinder und vier Kleinkinder. Über ihre Nationalität lagen zunächst keine Angaben vor. Der Pilot wurde als ein Brite identifiziert, der seit zwei Jahren für Air India flog.

Ursache unbekannt

Der Flughafen ist etwa 20 Kilometer von der Küstenstadt Mangalore im Bundesstaat Karnataka entfernt. Die Unglücksursache war zunächst unbekannt. Die Sicht sei zum Zeitpunkt des Absturzes mit mehr als sechs Kilometern Reichweite «mehr als ausreichend» gewesen, sagte der Chef der indischen Flughafenbehörde, V.P. Agrawal.

Der Pilot habe vor dem Unglück keinen Notruf abgesetzt. Boeing erklärte auf seiner Website, es werde ein Team an den Unfallort schicken, das bei den Ermittlungen der Unglücksursache helfen solle.

Air India Express ist ein Billigflieger, der zur staatlichen Gesellschaft Air India gehört. Die Unglücksmaschine war in Dubai gestartet.

Viele Menschen aus Karnataka verdingen sich als Bauarbeiter, Hausangestellte oder in anderen Niedriglohnjobs in Golfstaaten wie Dubai. Sie schicken ihren Familien einen Grossteil ihres Gehalts und kommen für ihren Jahresurlaub nach Indien zurück.

ddp/afp/sda/sam

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