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1,6 Millionen Menschen in Mexiko von Hurrikans betroffen

Die jüngsten Unwetter brachten in Mexiko Leid und Zerstörung. Dabei sei der Mensch nicht unschuldig an der hohen Zahl der Opfer, heisst es von offizieller Seite. Derweil zieht bereits ein neuer Sturm auf.

Der nächste Sturm baut sich auf: Hurrikan Karen vor Mexiko. (3. Oktober 2013)
Der nächste Sturm baut sich auf: Hurrikan Karen vor Mexiko. (3. Oktober 2013)
Keystone
Seit Freitagmittag besteht wieder eine Strassenverbindung von Acapulco nach Mexiko City: Stau bei der Ausfahrt aus der Pazifikstadt. (20. September 2013)
Seit Freitagmittag besteht wieder eine Strassenverbindung von Acapulco nach Mexiko City: Stau bei der Ausfahrt aus der Pazifikstadt. (20. September 2013)
AP Photo/Eduardo Verdugo
Das Wasser reicht fast bis zum Hals: Ein Knabe watet durch eine überschwemmte Strasse. (15. September 2013)
Das Wasser reicht fast bis zum Hals: Ein Knabe watet durch eine überschwemmte Strasse. (15. September 2013)
Keystone
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Mehr als 1,6 Millionen Menschen sind von den jüngsten Unwettern in Mexiko betroffen. Die Hurrikans Ingrid und Manuel beschädigten fast 26'000 Wohnhäuser und 3500 Schulen, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. 157 Menschen kamen bei Überschwemmungen und Erdrutschen ums Leben.

Verantwortlich für die hohe Zahl der Opfer seien unter anderem Baugenehmigungen für ungeeignete Gebiete und grossflächige Abholzungen, sagte der Koordinator des Zivilschutzes, Luis Puente. «Zweifellos hat es hier Versäumnisse auf allen Verwaltungsebenen gegeben».

An über 1500 Strassen und fast 350 Brücken seien Schäden registriert worden, sagte Verkehrsminister Gerardo Ruiz Esparza bei einer gemeinsamen Pressekonferenz des Kabinetts in Acapulco. 569'000 Hektar Land wurden beschädigt. Präsident Enrique Peña Nieto ordnete eine rasche Entschädigung der Betroffenen an.

Schäden von 5,1 Milliarden Franken

Laut einer Schätzung des Verbands der Versicherungswirtschaft (AMIS) könnten die jüngsten Stürme eine der teuersten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes werden. Es sei mit Schäden von über 75 Milliarden Peso (rund 5,1 Milliarden Franken) zu rechnen, teilte der Verband kürzlich mit.

«Wir befinden uns in der Phase des Wiederaufbaus. Dieser Prozess muss beschleunigt werden, damit wir wieder zur Normalität zurückkehren können», sagte Peña Nieto. Mittlerweile wurden im ganzen Land fast 2000 Sammelstellen für Lebensmittel- und Sachspenden für die Bewohner der Katastrophengebiete eingerichtet. Mehr als 8000 Menschen harren noch immer in Notunterkünften aus.

Sturm Karen bewegt sich auf USA zu

Der Gouverneur des besonders stark betroffenen Bundesstaats Guerrero im Südwesten des Landes, Ángel Aguirre, sagte, im Badeort Acapulco sei die Infrastruktur für Touristen wieder weitgehend hergestellt. «Die beste Art Acapulco zu helfen, ist, bei uns Urlaub zu machen», sagte er.

Unterdessen drehte der Tropensturm Karen von der Halbinsel Yucatán ab und zog auf den Golf von Mexiko hinaus. Zuvor hatte er in den Bundesstaaten Yucatán und Quintana Roo für heftige Niederschläge gesorgt. Der Sturm werde voraussichtlich am Samstag zwischen den US-Bundesstaaten Louisiana und Florida auf Land treffen, teilte das US-Hurrikanzentrum mit.

Ölplattformen evakuiert

Wegen des Wirbelsturmes begannen mehrere Energiekonzerne im Golf von Mexiko damit, die Öl- und Gasförderung einzustellen und Plattformen zu evakuieren. Das Energieunternehmen Anadarko Petroleum teilte am Donnerstag mit, acht Plattformen im Golf von Mexiko zu schliessen und die Arbeiter in Sicherheit zu bringen. Bei BHP Billiton waren zwei Förderstationen betroffen.

Bei den drei wichtigsten Förderunternehmen im Golf – Royal Dutch Shell, BP und Chevron – war die Produktion zunächst nicht beeinträchtigt. Aber auch diese Firmen brachten einige Angestellte in Sicherheit.

SDA/chk

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