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15-Jähriger erschiesst Polizeimitarbeiter in Sydney

Australien sorgt sich wegen der Radikalisierung von Jugendlichen. Nun schockt ein neuer Fall die Regierung. Die Behörden gehen von einem Terrorakt aus.

Tödliche Schiesserei in der australischen Metropole Sydney: Polizeifahrzeuge am Tatort. (2. Oktober 2015)
Tödliche Schiesserei in der australischen Metropole Sydney: Polizeifahrzeuge am Tatort. (2. Oktober 2015)
Lucy Hughes Jones, Keystone
Ein Teenager tötete aus nächster Nähe einen Verwaltungsangestellten der örtlichen Polizei.
Ein Teenager tötete aus nächster Nähe einen Verwaltungsangestellten der örtlichen Polizei.
Lucy Hughes Jones, Keystone
Der Tag danach: Die Polizei sichert Spuren am Tatort.
Der Tag danach: Die Polizei sichert Spuren am Tatort.
William West, AFP
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Ein aus dem Iran stammender Teenager hat nach offiziellen Angaben in Sydney einen Verwaltungsangestellten der australischen Polizei erschossen. Der 15-Jährige wurde anschliessend selbst von Polizisten getötet, wie Polizeichef Andrew Scipione am Samstag mitteilte. Man gehe von einem politischen Motiv aus und somit von einem Terrorakt.

Allerdings sagte Scipione auch: «Wir sind noch weit davon entfernt, uns ein vollständiges Bild von diesem Mann zu machen. Sein genaues Motiv ist für uns noch mysteriös.» Der Polizeichef sagte, es gebe Hinweise, dass die Gewalttat politische Gründe habe. Näheres gab er nicht preis. Auch den Namen des Verdächtigen nannte er nicht.

Schütze getötet

Der Junge war nach offiziellen Angaben im Iran auf die Welt gekommen und stammte aus einer irakisch-kurdischen Familie. Tatort war der Vorort Parramatta im Westen von Sydney. Der Täter habe den Mitarbeiter der Polizeifinanzabteilung aus kurzer Distanz mit einer Handfeuerwaffe getötet, als das Opfer seine Arbeitsstätte verliess. Dann habe der Teenager auf zu Hilfe eilende Polizisten gefeuert. Diese hätten ihn erschossen.

Die Ermittler sind sich nach Scipiones Worten nicht sicher, ob das Opfer ins Visier genommen wurde, weil es aus dem Polizeirevier kam. Doch sei es ein gezieltes Verbrechen und ein gezielter Schuss gewesen. Premierminister Malcom Turnbull sprach von einem schockierenden und kaltblütigen Verbrechen, um so erschreckender, weil der Täter erst 15 Jahre alt gewesen sei. Radikalisierung von Jugendlichen sei ein komplexes Problem, das die australischen Behörden zu lösen versuchten, fügte der Regierungschef hinzu.

Mehrere Festnahmen

Das Land zeigt sich zunehmend besorgt über Terrorismus, der von Einheimischen ausgeht. Im September 2014 griff ein 18-Jähriger in Melbourne zwei Anti-Terror-Fahnder mit einem Messer an und wurde erschossen.

Im Mai wurde ebenfalls in Melbourne ein 17-Jähriger festgenommen, weil er einen Anschlag mit drei selbstgebauten Rohrbomben geplant haben soll. Im April wurden mehrere Teenager gefasst, weil sie nach dem Vorbild der IS-Terrormiliz einen Angriff auf die Feiern zum Veteranentag in Australien vorbereitet haben sollen.

SDA/dia

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