Zum Hauptinhalt springen

13 Tote bei Amoklauf in Washington – Täter war der Polizei bekannt

Ein Buddhist mit einem fatalen Hang zu rasenden Wutausbrüchen – so wird der Todesschütze von Washington beschrieben, der 13 Menschen erschossen haben soll. Laut Polizei handelte Aaron Alexis allein.

Machte laut FBI wahllos Jagd auf Menschen: Aaron Alexis.
Machte laut FBI wahllos Jagd auf Menschen: Aaron Alexis.
Reuters
Seine Nachbarn bezeichnen ihn einhellig als «nett»: Aaron Alexis.
Seine Nachbarn bezeichnen ihn einhellig als «nett»: Aaron Alexis.
AFP
Bereits 2009 war es im texanischen Fort Hood zu einem Amoklauf auf einem Armeestützpunkt gekommen: Soldaten des US Marine Corps bewachen eine Zufahrt zu dem Stützpunkt in Washington. (16. September 2012)
Bereits 2009 war es im texanischen Fort Hood zu einem Amoklauf auf einem Armeestützpunkt gekommen: Soldaten des US Marine Corps bewachen eine Zufahrt zu dem Stützpunkt in Washington. (16. September 2012)
Reuters
1 / 22

Nach dem Blutbad mit 13 Toten auf einem Marinestützpunkt in Washington geht die Polizei vom Werk eines Einzeltäters aus. Hinweise auf einen zweiten Schützen lägen nicht vor, sagte Polizeichefin Cathy Lanier. Das Tatmotiv blieb zunächst im Dunkeln. Präsident Barack Obama zeigte sich erschüttert, liess die Flaggen landesweit auf halbmast setzen und kündigte eine lückenlose Aufklärung an.

Kurz nach der Tat hatte die Polizei nach zwei, später noch nach einem weiteren Täter in Militäruniform gefahndet. «Nun sind wir aber sicher, dass wir die einzige und alleinige Person haben, die für den Verlust von Menschenleben in der Basis verantwortlich ist», sagte Polizeichefin Lanier. Kurz darauf wurden erste Details über den Todesschützen Aaron Alexis bekannt, der bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden war.

Posttraumatisches Stresssymptom

Der frühere Reservist wurde von Weggefährten als überzeugter Buddhist mit Hang zu Zornausbrüchen beschrieben, der sich über die Marine und dortige Diskriminierung wegen seiner dunklen Hautfarbe beklagt hatte. Grund für seine Wut sei ein posttraumatisches Stresssymptom infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001 gewesen. Zudem war Alexis wegen zweier vorangegangener Waffendelikte polizeibekannt.

Der 34-Jährige arbeitete laut Navy-Angaben von 2007 bis zum 31. Januar 2011 für eine Flotten-Versorgungseinheit in Fort Worth in Texas, zuletzt als Mitarbeiter der Auftragsfirma The Experts, die ein IT-Projekt für das Pentagon betreute. Als externer Angestellter konnte Alexis laut dem FBI mit seinem Zugangsausweis das schwer gesicherte Gelände des Navy-Kommandozentrums betreten, in dem rund 3000 Menschen arbeiten.

«Er sagte nichts»

Augenzeugen berichteten von einem Bewaffneten, der aus dem vierten Stock eines Gebäudes auf dem Stützpunkt das Feuer eröffnet und auf Menschen in der Kantine im ersten Stock gezielt habe. «Er sagte nichts», erzählte Terrie Durham. «Er zielte hoch und traf nicht. Wir sagten nur: «Schnell raus aus dem Gebäude«». Andere gaben an, ein Bewaffneter habe im Flur des dritten Stocks auf sie gefeuert. «Es gab drei Schüsse am Stück - pop, pop, pop», beschrieb es Patricia Ward, die sich zur Tatzeit in der Kantine aufgehalten hatte. «Drei Sekunden später noch einmal vier Schüsse. Wir rannten nur noch.»

Der Todesschütze hatte nach Angaben der Ermittler drei Waffen bei sich, darunter ein AR-15-Sturmgewehr sowie ein Jagdgewehr. Ausserdem habe er bei der Schiesserei einem Polizisten eine Handfeuerwaffe abgenommen.

«Schon wieder eine Massenschiesserei»

Die Opfer waren nach Navy-Angaben zwischen 46 und 73 Jahre alt. Acht Menschen wurden verletzt, wie Bürgermeister Vincent Gray mitteilte. Demnach dürften alle Verletzten überleben.

US-Präsident Barack Obama ordnete landesweite Trauerbeflaggung an. Am Freitag sollen die Fahnen an öffentlichen Gebäuden auf halbmast wehen. Er zeigte sich bestürzt, dass es «schon wieder eine Massenschiesserei» gegeben habe und sprach von einem «feigen Akt». Die Opfer seien mutige Amerikaner gewesen, die um das Risiko bei ihren Einsätzen im Ausland gewusst, aber nichts von der «unvorstellbaren Gewalt» zu Hause geahnt hätten.

Der Amoklauf von Washington war die schlimmste Bluttat auf einem US-Militärgelände seit der Tragödie im texanischen Fort Hood im Jahr 2009. Damals hatte der Armeepsychiater Nidal Hasan in einer Kaserne das Feuer eröffnet und 13 Menschen umgebracht. Er wurde im vergangenen Monat zum Tode verurteilt.

AP/ami/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch