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Supertaifun wütet in Hongkong und legt die Stadt lahm

Auf den Philippinen sorgte Mangkhut für Zerstörungen, Verzweiflung und 25 Todesopfer, jetzt trifft er auf die Südküste Chinas.

Dächer lösen sich von Häusern: In Hongkong sind die ersten Auswirkungen des Wirbelsturms auf die Millionenstadt bereits sichtbar. Video: Tamedia/AFP

Die Zahl der Toten durch den zerstörerischen Taifun Mangkhut auf den Philippinen ist weiter gestiegen. Nach Behördenangaben stieg die Zahl der Todesopfer auf 65, nachdem in der Nacht zum Montag im Ort Itogon weitere Leichen nach einem Erdrutsch entdeckt wurden.

Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass weitere 43 Menschen vermisst würden. Mehr als 155'000 Menschen befinden sich demnach weiter in Notunterkünften.

Das nationale Wetteramt gab am Sonntag die höchste Taifun-Alarmstufe aus und warnte vor dem möglicherweise stärksten Taifun dieses Jahres an der chinesischen Küste. Zehntausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht und Schiffe zurück in die Häfen beordert.

Die Millionenmetropole Hongkong kam beinahe vollständig zum Stillstand. Fernsehsender zeigten Bilder von überfluteten Strassen und starken Regenfällen, die sich über der Stadt entluden. Heftiger Wind riss Bäume um, zerstörte Fensterscheiben und brachte einen Baukran zum Einsturz.

Die Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» zeigte auf ihrer Website Bilder einer geräumten Hotellobby, die von Wasser überflutet wurde.

Hunderte Flüge wurden gestrichen, der Nahverkehr eingeschränkt und Bewohner aus tief liegenden Gebieten in Sicherheit gebracht. Das Wetteramt warnte vor Sturmfluten und Überschwemmungen, die noch schwerere Verwüstungen anrichten könnten als Taifun «Hato» im vergangenen Jahr, für den Hongkong zuletzt die höchste Warnstufe ausgegeben hatte.

Auch die für ihre Casinos- und Luxushotels berühmte Stadt Macau ging vor dem Taifun in Deckung. Hier waren durch Hato – der schlimmste Taifun seit 50 Jahren – mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Behörden ordneten am Samstagabend die Schliessung der Casinos an.

Die Zahl der Taifun-Opfer auf den Philippinen stieg laut den Behörden auf 25. 20 der Opfer stammten aus der im Norden des Landes liegenden Region Cordillera, darunter eine sechsköpfige Familie, deren Haus in Baguio City durch einen Erdrutsch verschüttet wurde. Eine vierköpfige Familie wurde in der Provinz Nueva Vizcaya getötet – ebenfalls durch einen Erdrutsch. In der Provinz Kalinga wurde ein Mann von einem herabstürzenden Felsbrocken getötet.

Der Wirbelsturm zog mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern pro Stunde über die Philippinen. Aufnahmen der Zerstörungskraft von Mangkhut. Video: Reuters

Am Samstagmorgen war der Taifun begleitet von starken Regenfällen mit voller Wucht im Norden der Philippinen auf Land getroffen, knapp 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila. Dabei schwächte er sich mit Windgeschwindigkeiten von 170 Kilometern pro Stunde etwas ab. Böen erreichten 285 Kilometer pro Stunde.

Der Sturm entwurzelte Bäume, zerstörte Häuser und löste zahlreiche Erdrutsche aus. Mehr als vier Millionen Menschen waren nach Angaben der Behörden vom Samstag ohne Strom. Insgesamt sollen mindestens 5,2 Millionen Menschen von dem Sturm betroffen sein. Das Rote Kreuz der Philippinen geht aufgrund der Zerstörungskraft sogar von bis zu zehn Millionen aus.

Mangkhut ist ernster als «Florence»

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte wollte sich am Sonntag vor Ort einen Eindruck von der Katastrophe verschaffen. Mangkhut war bislang der stärkste Taifun in diesem Jahr auf den Philippinen.

Die Philippinen werden jedes Jahr von etwa 20 Taifunen heimgesucht. Einer der stärksten Taifune der vergangenen Jahre war «Haiyan» im November 2013: Damals starben mehr als 6300 Menschen, mehr als vier Millionen verloren ihr Zuhause.

Mangkhut ist nach Einschätzung des Rückversicherers Munich Re weit gefährlicher für die Bevölkerung als Ex-Hurrikan «Florence» an der US-Ostküste. «Humanitär ist Mangkhut das ernstere Ereignis», sagte Ernst Rauch, Leiter der Klimaforschung des weltgrössten Rückversicherers.

SDA/amc

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