Fährunglück in Mosul fordert 94 Tote

Ein überladenes Schiff auf dem Tigris im Norden Iraks ist gekentert. Unter den Opfern befinden sich zahlreiche Kinder.

Tragödie zu Wasser: Angehörige der Opfer und Bewohner haben sich nach dem Unglück am Ufer des Tigris eingefunden. (21. März 2019)

Tragödie zu Wasser: Angehörige der Opfer und Bewohner haben sich nach dem Unglück am Ufer des Tigris eingefunden. (21. März 2019)

(Bild: Keystone Farid Abdulwahed (AP))

Bei dem Fährunglück in der nordirakischen Stadt Mosul kamen nach jüngsten Angaben fast hundert Menschen ums Leben. Es gebe mindestens 94 Tote, teilte das Innenministerium am Donnerstagabend in Bagdad mit. Früheren Angaben zufolge sind unter den Opfern auch 19 Kinder. 55 Passagiere konnten dem Ministerium zufolge gerettet werden.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen war das Schiff gekentert, weil es völlig überladen war. Zudem sei der Wasserstand des Tigris höher als gewöhnlich gewesen.

Auf der Fähre befanden sich Familien, die anlässlich des kurdischen Neujahrsfestes Newroz zu einem beliebten Picknick-Platz übersetzen wollten. Das Unglück auf dem Fluss Tigris ist der schwerste Unfall im Irak seit Jahren.

Völlig überladen

Der Parlamentsabgeordnete Abdel Rahim al-Schamari erklärte, die Fähre sei für 50 Menschen gebaut worden, habe aber rund 200 an Bord gehabt. Augenzeugen berichteten zudem, sie sei alt gewesen. Gegen den Besitzer der Fähre und eine andere Person wurden Haftbefehle erlassen.

Da es in den vergangenen Wochen in der Region viel geregnet hatte, ist der Wasserstand des Tigris derzeit hoch, was die Rettungsarbeiten erschwerte. Mosuls Einwohner wurden aufgerufen, sich an der Rettung der Opfer zu beteiligen. Auch Helikopter waren im Einsatz.

Die einstige Millionenstadt Mossul war im Sommer 2014 von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) überrannt worden. Irakische Truppen konnten sie 2017 mit Luftunterstützung der internationalen Anti-IS-Koalition wieder befreien. Grosse Teile der Stadt sind aber bis heute stark zerstört. Die Altstadt Mossuls wurde im Kampf gegen die sunnitischen Fanatiker fast vollständig in Trümmer gelegt. Der milliardenteure Wiederaufbau kommt nur sehr langsam voran.

fal/afp/sda

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