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Sarah Palin: Eine Sekte für schwangere Jungfrauen?

Redaktion Tamedia-Autorin Michèle Binswanger dankt Sarah Palin. Und entwirft ein paar Zukunftsoptionen für die geschlagene Politikerin.

Sarah Palin inspiriert Grafiker weltweit. Sie sehen sie als blutrünstigen Dracula...
Sarah Palin inspiriert Grafiker weltweit. Sie sehen sie als blutrünstigen Dracula...
DUKAS/FERRARI PRESS
als Heilige...
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DUKAS/FERRARI PRESS
als Pin-Up-Cowgirl.
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Es war eine unglaubliche Wahl mit einem noch unglaublicheren Ausgang. Wir gratulieren den USA! Und wir gratulieren Sarah Palin. Ihr ist es zu verdanken, dass die Amerikaner den Kriegshelden McCain links liegen liessen. Stattdessen wählten sie Barack Hussein Obama, einen Afroamerikaner, der weiter links steht, als die allermeisten Amerikaner. Ein eleganter Intellektuelle, ein redegewandter Mann als neuer Präsident! Einer, der früheren Kokainkonsum zugegeben hat und den die gesamte Pop-Elite zu einem der ihren verklärt hat, das ist, – Schwester, die Sauerstoffmaske bitte – eine superbe Wahl.

Sie dürfte einem Alptraum zu verdanken sein. Denn die Amerikaner hätten kaum den Mut zu Obama gefunden, hätte sie nicht das Gespenst einer möglichen Präsidentin Sarah Palin in den Schlaf verfolgt; eine Ex-Schönheitskönigin und Casting-Show-Bewerberin mit zahllosen Imitatorinnen aus Show- und Pornobusiness. Eine bärbeissige Hockey-Mom, die an Kreationismus glaubt. Und was hätte sie als Präsidentin wohl so gemacht? Wladimir Putin eingeschüchtert, indem sie mit ihm auf Elchjagd geht und die Tiere mit ihren Stilettos ersticht? In Erwartung des Jüngsten Tages den Staatshaushalt mit Shopping ruinieren, um für die Wiederkehr des Messias modisch gerüstet zu sein? Sich gewissenhaft darum kümmern, dass ihre Fingernägel in der Farbe des roten Knopfs für die Atomsprengwaffen lackiert sind?

Schauspielerin oder Autorin?

Doch was wird jetzt aus Sarah Palin? Wir sehen verschiedene Möglichkeiten. Sie könnte Schauspielerin werden. Wir sehen sie schon als nächsten Bond-Bösewicht im Film «Lizenz zum Flöten»; die Erde wird von einer Wahnsinnigen mit einer tödlichen Schallwaffe bedroht, die aussieht wie eine Blockflöte und die die Vernichtungskraft mehrerer Wasserstoffbomben hat. Palin würde sich aber auch vorzüglich machen als Desperate Housewife, die in Wisteria Lane eine Sekte für schwangere Jungfrauen gründet. Sie könnte ein Buch schreiben mit dem Titel: «Out of the wild and back into it.» Oder sie könnte nach Afghanistan gehen und mit ein paar Taliban-Skalps im Jahr 2012 einen neuen Angriff aufs Amt versuchen.

Was auch immer sie tun wird, wir danken ihr für ihr Engagement. Und hoffen, dass sie die Afghanistan-Option wählt. Weltanschaulich hätten die Taliban und Palin sich einiges zu erzählen. Und auch wenn 2012 die Zeit für die erste Präsidentin reif sein könnte, und auch wenn in Amerika alles möglich ist, eine Hockey-Mom in Burka als erste Präsidentin, das ist sogar für die Amerikaner zu viel.

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