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Sarah Palin: Beten gegen Hexen

Im Internet-Portal YouTube tauchten Videoaufnahmen auf, welche die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin bei einer speziellen Messe in ihrer Kirche zeigen.

Die Bilder zeigen, wie Palin im Mai 2005 vor dem kenianischen Bischof Thomas Muthee in der Kirche Wasilla Assembly of God steht, während er Jesus Christus auffordert, sie vor «jeder Form der Hexerei» zu beschützen. «Wir sagen, rette sie vor Satan», erklärte Muthee, während zwei Kirchenmitglieder ihre Hände auf Palins Schultern legten.

«Bereite ihr den Weg, mein Gott. Bringe ihr die finanziellen Mittel für einen Wahlkampf im Namen Jesu. Benutze sie, um dieses Land in eine andere Richtung zu führen.» Palin reichte wenige Monate später, im Oktober 2005, ihre Papiere ein und wurde im darauffolgenden Jahr zur Gouverneurin von Alaska gewählt. In dem Video sagt sie nichts und hält ihren Kopf gesenkt. Palin wurde katholisch getauft, galt aber bis 2002 als praktizierende Pfingstlerin – einer radikalem Ausrichtung der Evangelikalen. Ihre Sprecherin Maria Comella hat erklärt, Palin besuchte inzwischen mehrere Kirchen und betrachte sich nicht als Angehörige der Pfingstgemeinde.

«Ungläubige» bekämpfen

Die Webzeitung Huffington Post berichtete unlängst, die Wasilla-Assembly-of-God-Kirche von Palin sei mit der Propheten-Bewegung «Dritte Welle des Heiligen Geists» verstrickt. Ziel dieser Radikal-Evangelikalen: «Unsere Endzeit-Armee hat nur einen Sinn: Für das Königreich Gottes Boden zu gewinnen», wie es auf der Homepage eines Predigers heisst. Die «Dritte Welle» – der Hunderte Freikirchen angehören – trainiert zu diesem Zweck auch Jugendliche, die als «Joel-Armee» auf das Ende der Welt warten, um die Herrschaft der Christen über die «Ungläubigen» zu erkämpfen. Ihre Mission leiten sie aus dem alttestamentarischen Buch Joel ab: Sie vergleichen sich mit dem biblischen Heuschreckenschwarm, der über Israel herfällt. Die «Dritte Welle» ist sogar Freikirchen-Hardlinern zu radikal: Die grösste evangelikale Gemeinschaft in den USA, die «Assemblies of God», brandmarkt die Propheten als Ketzer.

Einer der Endzeit-Anhänger in Sarah Palins Kirche ist der Pastor Ed Kalnins. Er pflegt laut Huffington Post engen Kontakt zur Morningstar-Kirche – einer führenden Kirche der «Dritten Welle». Palins Kirche war bereits letzte Woche in die Kritik geraten. Am 17. August soll der umstrittene Pastor David Brickner, Gründer der Gruppe «Juden für Jesus», eine antijüdische Rede in der Kirche gehalten haben. Dabei sagte er unter anderem, Attentate auf Israeli seien das Strafgericht Gottes für diejenigen Juden, die das Christentum nicht annehmen wollten. Unter den Zuhörern sass auch Sarah Palin, wie ihr Pastor bestätigte.

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