Zum Hauptinhalt springen

Boxlegende Muhammad Ali gestorben

Die Welt trauert um einen der grössten Boxer aller Zeiten: Muhammad Ali ist tot. «The Greatest» wurde 74 Jahre alt.

<i>Zu Muhammad Alis Tod: Ein paar seiner wichtigsten Momente im Video.</i>

«Nach einem 32-jährigen Kampf gegen die Parkinson-Krankheit ist Muhammad Ali im Alter von 74 gestorben», sagte sein Sprecher Bob Gunnell zu «NBC News». Auf der offiziellen Twitter-Seite und Website der als «The Greatest» bekannten Sportikone wurden Fotos von Ali mit dem Zusatz «1942-2016» veröffentlicht.

Eine Legende des Boxsports: Muhammad Ali beim «Knock-Out» des Herausforderers Sonny Liston in Lewiston, Maine. (25. Mai 1965)
Eine Legende des Boxsports: Muhammad Ali beim «Knock-Out» des Herausforderers Sonny Liston in Lewiston, Maine. (25. Mai 1965)
AP/Archivbild, Keystone
Von der Krankheit gezeichnet: Muhammad Ali bei den Humanitarian Awards in Kentucky. (27. September 2014).
Von der Krankheit gezeichnet: Muhammad Ali bei den Humanitarian Awards in Kentucky. (27. September 2014).
Timothy D. Easley/AP, Keystone
«Rumble in the Jungle»: Herausforderer Ali schaut zu, wie Titelverteidiger George Foreman nach acht Runden zu Boden geht. Der 1974 in Kinshasa im damaligen Staat Zaire ausgetragene Kampf schrieb Box-Geschichte und machte Ali zur Legende.
«Rumble in the Jungle»: Herausforderer Ali schaut zu, wie Titelverteidiger George Foreman nach acht Runden zu Boden geht. Der 1974 in Kinshasa im damaligen Staat Zaire ausgetragene Kampf schrieb Box-Geschichte und machte Ali zur Legende.
AP, Keystone
1 / 6

Der dreimalige Schwergewichtsweltmeister war am Donnerstag wegen Atemproblemen in ein Spital bei Phoenix eingeliefert worden. Internationale Medien berichteten bereits zu diesem Zeitpunkt, dass sein Zustand ernster sei. Alis einstiger Rivale Sugar Ray Leonard schrieb auf Twitter: «Gebete und Segen für mein Idol, meinen Freund & ohne Frage, den Grössten aller Zeiten.»

Gesundheitliche Probleme

Der an Parkinson leidende Ali, dreifacher Weltmeister im Schwergewicht und Olympiasieger im Halbschwergewicht, hatte seine Karriere im Jahr 1981 beendet. In den vergangenen Jahren war er wegen gesundheitlicher Beschwerden mehrfach im Spital behandelt worden – so auch zweimal im Jahr 2014 und einmal im vergangenen Jahr.

Ende 2014 wurde zunächst eine leichte Lungenentzündung diagnostiziert, nach ein paar Tagen stellten die Mediziner jedoch eine schwere Harnwegsinfektion fest. Kurz nach seiner Entlassung hatte sich Ali zur Nachsorge erneut ins Spital begeben müssen. Nach einer Nacht war er wieder entlassen worden. Er litt seit langem an der Parkinson-Krankheit. Der Verdacht auf die Schüttellähmung war 1984 bestätigt worden.

«Schweben wie ein Schmetterling, stechen wie eine Biene»

Ali gewann 1960 in Rom Olympia-Gold. Damals hiess er noch Cassius Clay. Erst fünf Jahre später, als er zum Islam übertrat, nahm er den Namen Muhammad Ali an.

Der begnadete Boxer wurde im Februar 1964 erstmals Schwergewichtsweltmeister. Er bezwang damals Sonny Liston und beschrieb seinen eleganten Boxstil mit den Worten: «Schweben wie ein Schmetterling, stechen wie eine Biene.» Weitere zweimal krönte sich Ali danach zum Champion.

Cassius Clay hiess der 18-jährige Jüngling aus Kentucky, der 1960 in Rom die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen gewann. Dass aus ihm der grösste Boxer aller Zeiten werden würde – wer hätte das damals geahnt?
Cassius Clay hiess der 18-jährige Jüngling aus Kentucky, der 1960 in Rom die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen gewann. Dass aus ihm der grösste Boxer aller Zeiten werden würde – wer hätte das damals geahnt?
Keystone
Nach Ausbruch des Vietnam-Kriegs wurde Clay für die Armee rekrutiert, er weigerte sich aber und sagte: «Kein Vietkong hat mich je Nigger genannt.» Unterstützt wurde er von Dr. Martin Luther King. Die Weigerung brachte ihm eine Sperre durch den internationalen Boxverband von rund drei Jahren ein.
Nach Ausbruch des Vietnam-Kriegs wurde Clay für die Armee rekrutiert, er weigerte sich aber und sagte: «Kein Vietkong hat mich je Nigger genannt.» Unterstützt wurde er von Dr. Martin Luther King. Die Weigerung brachte ihm eine Sperre durch den internationalen Boxverband von rund drei Jahren ein.
Keystone
Eines der letzten Bilder von Muhammad Ali entstand im Spätherbst 2014. Schon einmal war er da ins Spital eingeliefert worden – allerdings auch wieder entlassen. Nun ist die Legende tot.
Eines der letzten Bilder von Muhammad Ali entstand im Spätherbst 2014. Schon einmal war er da ins Spital eingeliefert worden – allerdings auch wieder entlassen. Nun ist die Legende tot.
Keystone
1 / 14

Boxgeschichte geschrieben

Er lieferte dabei in seiner Karriere unvergessliche Kämpfe wie den «Rumble in the Jungle» oder den «Thrilla in Manila». Trotz seiner Rücktrittsankündigung im Juni 1979 zog es Ali noch einmal in den Ring. Er hörte nicht auf die Warnungen von Ärzten und trat im Oktober 1980 gegen Larry Holmes an. Ali verlor nach Kampfabbruch. Seinen 61. und letzten Profi-Kampf (56 Siege) bestritt er ein gutes Jahr später. Wieder verlor Ali, Gegner am 11. Dezember 1981 in Nassau war damals Trevor Berbick.

Der am 17. Januar 1942 in Louisville als Sohn eines Plakatmalers geborene Ali machte aber auch weltweit Schlagzeilen durch seine Verweigerung des Militärdienstes während des Vietnam-Kriegs, für die er auch eine Sperre von drei Jahren in Kauf nahm.

Ali war Zeit seines Lebens eine Ikone. Als er 1996 schon gezeichnet von seiner Krankheit das olympische Feuer entzündete, sorgten die Bilder weltweit für Ergriffenheit. In der Öffentlichkeit zeigte sich Ali in den vergangenen Jahren immer seltener.

SDA/chi

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch