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Lohan vor dem Haftantritt

Wenn US-Schauspielerin Lindsay Lohan am Dienstag ihre 90-tägige Haftstrafe wegen Verstosses gegen Bewährungsauflagen antritt, muss sie mit schlichten Bedingungen zurechtkommen.

Schlicht und funtional: Diese Archivbilder zeigen eine typische Zelle in der Century Regional Detention Facility in Los Angeles.
Schlicht und funtional: Diese Archivbilder zeigen eine typische Zelle in der Century Regional Detention Facility in Los Angeles.
KCBS-TV

Die Zelle, in der Lohan wohnen wird, misst 3,5 mal 2,5 Meter. Täglich hat sie mindestens eine Stunde Freigang. Dann kann sie das öffentliche Telefon benutzen – Computer und Handys sind streng verboten. Die regelmässige Twitter-Nutzerin wird ihre Erlebnisse also kaum sofort dem Rest der Welt mitteilen können.

Über allzu viele Kontakte zu anderen Menschen wird die Schauspielerin aber ohnehin nicht berichten können: Zu ihrem eigenen Schutz wird sie im Frauengefängnis von Lynwood bei Los Angeles von den anderen Gefangenen isoliert. Selbst die Mahlzeiten, kaum für ihre Schmackhaftigkeit berühmt, werden ihr in der Zelle serviert.

Hoffnung auf Verkürzung der Haftdauer

Auch sonst muss sich Lohan umstellen müssen. Wie alle anderen Insassinnen wird sie wohl Gefängniskleidung tragen: einen leuchtend orangefarbenen Overall. Sie soll mit leeren Händen kommen, den Schmuck muss sie schon am Eingang abgeben. Auch bei Körperpflege und Make-up wird sie sich einschränken müssen: Zahnbürste, Zahnpasta, Seife, Kamm, Shampoo und Rasier-Utensilien werden gestellt, mehr nicht.

Obwohl die Schauspielerin (»Mean Girls») bereits im Jahr 2007 Insassin des Gefängnisses war, wird das meiste für sie neu sein. Von ihrer eintägigen Haftstrafe wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss sass Lohan damals nur 84 Minuten ab, weil das Gefängnis überbelegt war. In dieser Zeit wurde sie durchsucht und ihre Fingerabdrücke wurden genommen; ihre Kleidung durfte sie bei ihrem Blitzbesuch hinter Gittern aber anbehalten.

Auch jetzt kann sie sich berechtigte Hoffnungen machen, dass sich ihre Haftzeit am Ende deutlich verkürzt. Bei minderschweren Delikten sitzen die Insassinnen in der Regel nur etwa ein Viertel ihrer Strafe ab, wie ein Polizeisprecher des Bezirks Los Angeles, Steve Whitmore, erklärt. Dafür gebe es zwei Gründe: Zum einen die andauernde Überbelegung des Gefängnisses, das Platz für 2200 Insassinnen bietet, zum anderen ein staatliches Programm, das Häftlinge bei guter Führung begünstigt. Lohan könnte also nach drei Wochen wieder auf freien Fuss kommen und so am 3. September auch an der US-Premiere ihres neuen Films «Machete» teilnehmen.

Strafe wegen Verstoss gegen Bewährungsauflagen

Der frühere Kinderstar Lohan war unter Tränen zu der Haftstrafe verurteilt worden, nachdem sie mehrere Sitzungen einer Suchttherapie versäumt und damit gegen die Bewährungsauflagen verstossen hatte. Lohan hätte die Möglichkeit, vor Gericht eine Unterbringung in eines von rund einem Dutzend kleineren Gefängnissen zu beantragen, etwa in der Nähe von Beverly Hills. Dort müsste sie aber nicht nur Kosten von 75 bis 120 Doller am Tag in Kauf nehmen, sondern vermutlich auch mehr Zeit hinter Gittern verbringen, weil diese Haftanstalten nicht überbelegt sind.

dapd/raa

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