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Harry und Meghan sagen bye, Queen irritiert

Grosses Aufsehen um den Prinzen und die Herzogin: Die beiden wollen sich von ihren royalen Pflichten zurückziehen. Die Königin reagiert prompt.

Oliver Klasen
Die Liebesgeschichte von Harry und Meghan im Schnelldurchlauf. Video. Tamedia

Die Nachricht kam um 19.34 Uhr Schweizer Zeit über Instagram, jenes soziale Netzwerk, das unter Prominenten zum wichtigsten Verlautbarungsorgan für Familienstands- und Beziehungsstatusänderungen aller Art geworden ist: Prinz Harry und Herzogin Meghan, so schreiben die beiden selbst, wollen sich von ihren Verpflichtungen als Mitglieder der britischen Königsfamilie zurückziehen. Sie wollen «finanziell unabhängig» werden. Und: Sie wollen einen Teil ihrer Zeit in Nordamerika verbringen. Das sind gleich drei Nachrichten über Vorgänge, die es so noch nie gegeben hat im britischen Königshaus.

Das, was Harry und Meghan in den kommenden Monaten vollziehen wollen und was sie «das Herausschälen einer fortschrittlichen neuen Rolle innerhalb der Institution» nennen, interpretieren Beobachter als Affront, zumindest als deutliche Distanzierung vom Königshaus. Da nützt es nichts, dass Prinz und Herzogin in ihrem Statement an gleich drei Stellen versichern, dass sie weiterhin in Treue zu Queen Elizabeth stehen wollen, dem Oberhaupt des Königshauses, und dass sie ihren erst wenige Monate alten Sohn Archie «im Einklang mit der königlichen Tradition, in die er hineingeboren wurde» erziehen wollen.

Wusste die Queen nichts von den Plänen?

Der angekündigte Schritt könnte aber komplizierter werden, als sich das Harry und Meghan vorgestellt haben. Wie «BBC» unter Berufung ihres Royal-Experten Jonny Dymond berichtet, informierten Harry und Meghan vor ihrer Ankündigung am Mittwoch weder die Queen noch ein anderes Mitglied der königlichen Familie. «Der Buckingham Palace war blind», wird Dymond zitiert. Die Mitglieder der königlichen Familie seien «enttäuscht» und «verletzt».

Entsprechend irritiert reagierte das Oberhaupt des Königshauses auf die Ankündigung ihres Enkels und dessen Frau. In einer diplomatisch verfassten Mitteilung schreibt das britischen Königshaus: Die «Diskussionen mit dem Herzog und der Herzogin von Sussex» seien noch «in einer frühen Phase». Man verstehe den Wunsch der beiden, aber die Angelegenheit werde einige Zeit in Anspruch nehmen. Das klingt nun so, als könnte der Megxit eine ähnlich verfahrene Angelegenheit werden wie der Brexit.

Mitteilung vergrössern

Auch die britische Presse reagierte prompt auf die Ankündigung des Prinzen und der Herzogin. «Wir hören auf» titelte das britische Boulevardblatt «Daily Mail», das unverzüglich einen beträchtlichen Teil seiner Website für Meghan und Harry freiräumte und schon darüber spekulierte, welche Summe die britischen Steuerzahler nun sparen würden, weil sie nicht mehr für das Paar aufkommen müssen. In den sozialen Medien verbreitete sich das Hashtag #Megxit, was einerseits die Tragweite der Entscheidung klarmacht und andererseits auf die mutmassliche Urheberin verweisen soll. Herzogin Meghan, so die Anhänger dieser Theorie, habe ihren Ehemann sukzessive vom Königshaus weggetrieben, und die Ankündigung, nun alle royalen Pflichten abzugeben, sei die Konsequenz aus dieser Strategie.

Die britische Klatschpresse war in den vergangenen Monaten dominiert von Gerüchten über das angeblich schlechte Verhältnis zwischen Harry und Meghan einerseits und William und Kate andererseits. Dass die beiden Prinzen, Nummer zwei und sechs der Thronfolge, gelinde gesagt unterschiedliche Lebenskonzepte verfolgen, wurde schon länger deutlich. Während Prinz William und Herzogin Kate mit ihren drei Kindern George, Charlotte und Louis allzeit in ihrer Rolle als süss-schnuckelige Werbung für den Fortbestand der Royal Family aufgehen, sind Meghan und Harry nicht bereit, sich derart in den Dienst der höheren Sache zu stellen.

Bildstrecke: So reagiert die britische Presse

Obwohl die Meldung überraschend kommt, gab es Vorzeichen. Erst kürzlich, über die Weihnachtsfeiertage und Silvester, hatten sie sich sechs Wochen Auszeit genommen und waren mit ihrem Sohn nach Kanada gereist. Unter den Königshausbeobachtern gibt es aber auch jene, die Meghan und Harry als Symbolfiguren für eine moderne Monarchie sehen. Die es angemessen finden, dass eine Herzogin es ablehnt, auf die Frau reduziert zu werden, die königliche Nachkommen zeugt, das gute Image des Palastes mehrt und dafür allzeit gut aussehend in die Kameras lächelt. Und die anerkennen, dass der Prinz seine Frau beschützt vor ungerechten Anfeindungen und rassistischen Attacken aus den Medien.

Erst im Oktober hatte Harry angekündigt, mehrere Verlage verklagen zu wollen. Seine Frau sei «eines der jüngsten Opfer der britischen Boulevardpresse» geworden, die «ohne Rücksicht auf die Folgen rücksichtslose Kampagnen» geführt habe, schrieb der Prinz und erinnerte an seine Mutter Diana, die im August 1997 in Paris auf der Flucht vor Paparazzi tödlich verunglückte.

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