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Fiat-Erbe täuscht seine Entführung vor

Lapo Elkann, Spross der Turiner Agnelli-Dynastie, führt ein Leben auf der Überholspur. In New York leistete er sich wieder einmal eine spektakuläre Peinlichkeit.

Talent zur Selbstinszenierung: Lapo Elkann, Lifestyleunternehmer und Fiat-Erbe.
Talent zur Selbstinszenierung: Lapo Elkann, Lifestyleunternehmer und Fiat-Erbe.

«Wir sehen uns bald wieder», teilte Lapo Elkann auf Instagram mit. «Ich bin geschäftlich und für kreative Projekte unterwegs.» Dann, am vergangenen Donnerstag, reiste er nach New York. Und was sich dort abspielte, ist ein weiteres abenteuerliches Kapitel in der turbulenten Vita des Fiat-Erben. Gemäss Berichten von US-Medien soll er in den Clubs von Manhattan zwei Tage lang durchgefeiert haben. In Begleitung eines transsexuellen Escort-Models konsumierte der 39-jährige Fiat-Erbe viel Alkohol und viele Drogen – bis er kein Geld mehr hatte. Elkann hatte wohl keinen klaren Kopf mehr, als er auf die skurrile Idee kam, seine eigene Entführung vorzutäuschen, um an Geld heranzukommen.

Elkann kontaktierte einen Familienangehörigen in Turin und behauptete, dass er entführt worden sei und nur gegen die Zahlung von 10’000 Dollar wieder freigelassen werde. Schliesslich schaltete Elkanns Familie die New Yorker Polizei ein. Die angebliche Geldübergabe endete mit der Festnahme von Elkann und seiner Begleitung. Ein peinliches Debakel für den Spross der Agnelli-Dynastie, der zugeben musste, dass er die Entführung erfunden hatte. Deswegen muss Elkann am 25. Januar in New York vor Gericht erscheinen. Auf den Nachrichtenseiten der italienischen Zeitungen war die kuriose Geschichte um Lapo Elkann heute Vormittag die Topstory. Aus dem Umfeld von Elkann wurde die Geschichte nicht dementiert, aber auch nicht weiter kommentiert.

Im Koma nach Drogenexzess

Das Leben von Elkann ist reich an kleinen und grossen Skandalen. Was sich in New York abspielte, erinnerte an einen Vorfall, der zehn Jahre zurückliegt. Damals fand man ihn im Koma auf dem Sofa eines stadtbekannten Transvestiten in Turin. Elkann hatte sich derart zugedröhnt mit Heroin, Kokain, Marihuana und Alkohol, dass er mit dem Notfalldienst ins Spital gebracht werden musste. Weil der Vorfall öffentlich publik wurde, war es vorbei mit der grossen Karriere bei Fiat, dem Familienunternehmen, das sein legendärer Grossvater Gianni Agnelli zu Weltruhm geführt hatte.

Der Sohn von Margherita Agnelli und des Schriftstellers Alain Elkann war eben erst in den Fiat-Konzern eingestiegen mit der Aufgabe, das Markenimage von Fiat wieder aufzufrischen. So war Lapo Elkann am Marktauftritt des Fiat 500 beteiligt. Stattdessen musste er sich aus dem Fiat-Konzern zurückziehen und eine Entziehungskur machen.

Stil-Ikone mit internationaler Ausstrahlung

Elkann kehrte clean zurück, und er machte Karriere als Lifestyleunternehmer. An Mailänder Modeschauen lancierte er mit Erfolg sein neues Label Italia Independent – Designprodukte von Brillen und Jacken über Accessoires bis zu Reisetaschen, allesamt aus innovativen Technomaterialien. Gleichzeitig demonstrierte Elkann, der vier Sprachen fliessend spricht, sein Talent zur Selbstinszenierung.

Mit seiner saloppen Eleganz und dem Hang zur Exzentrik avancierte Elkann rasch zu einer Stil-Ikone Italiens mit internationaler Ausstrahlung. Er zierte sogar die Titelseite der amerikanischen «Vogue». Die legendäre «Vogue»-Chefredaktorin Anna Wintour bezeichnete ihn einmal als «elegantesten Mann des Planeten». Wie sein Grossvater Gianni Agnelli steht auch Lapo Elkann im Ruf, ein Playboy zu sein. Als Jetsetter reist er ständig um die Welt und taucht dort auf, wo die Schönen und Reichen sich vergnügen. Noch in diesem Sommer war ein deutsch-iranisches Model an seiner Seite.

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