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Ermittlungen laufen – Weinstein taucht unter

Die New Yorker Polizei sammelt Beweise, um den Filmmogul verhaften zu können. Der Beschuldigte ist in der Zwischenzeit inkognito unterwegs.

Mehr als hundert Frauen – darunter zahlreiche Stars – werfen Harvey Weinstein vor, sie sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt zu haben.
Mehr als hundert Frauen – darunter zahlreiche Stars – werfen Harvey Weinstein vor, sie sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt zu haben.
Lucas Jackson, Reuters
Nach monatelangen Ermittlungen stellte sich der Hollywood-Mogul den Behörden: Weinstein erscheint in New York vor Gericht (9. Juli 2018).
Nach monatelangen Ermittlungen stellte sich der Hollywood-Mogul den Behörden: Weinstein erscheint in New York vor Gericht (9. Juli 2018).
Seth Wenig, Keystone
Der Filmproduzent, gegen den jetzt der Prozess geführt wird, war bereits mehrfach Gast am Zurich Film Festival, hier 2013.
Der Filmproduzent, gegen den jetzt der Prozess geführt wird, war bereits mehrfach Gast am Zurich Film Festival, hier 2013.
Keystone
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Nach der Polizei von Los Angeles ermittelt nun auch die New Yorker Polizei in konkreten Vergewaltigungsvorwürfen gegen den Filmmogul Harvey Weinstein, die sie als glaubwürdig einstuft. Sie sammle derzeit Beweise, um dann einen Haftbefehl zu erwirken, sagte der Chef der Kriminalpolizei, Robert Boyce, am Freitag. Anlass ist die öffentliche Anschuldigung von Schauspielerin Paz de la Huerta, der Filmproduzent habe sie vor sieben Jahren zwei Mal in ihrer Wohnung vergewaltigt.

Nach Polizeiangaben sind die Aussagen de la Huertas in Teilen bereits bestätigt. Sie seien deshalb so glaubwürdig, weil de la Huerta jede Minute der Vorfälle habe schildern können – wo sie war, wo sie sich trafen, und was er tat. Auf einer Pressekonferenz erklärte Boyce weiter, wenn Weinstein derzeit in New York wäre und die Vergewaltigungsvorwürfe aus jüngster Zeit stammen würden, «würden wir direkt hin und ihn verhaften. Kein Zweifel.»

Beschuldigte weist Vorwürfe zurück

Die «Boardwalk Empire»-Schauspielerin hatte CBS News gesagt, die erste Vergewaltigung sei im Oktober 2010 geschehen, als Weinstein sie nach einer Party nach Hause gefahren habe. Er habe darauf bestanden, für ein Getränk mit in ihre Wohnung zu kommen und sie dann zum Sex gezwungen.

Vor der zweiten Vergewaltigung zwei Monate später sei Weinstein erneut zu ihrer Wohnung gekommen. Sie sei betrunken gewesen und daher nicht in der Lage gewesen, ihr Einverständnis zum Sex zu geben. Weinstein hat bisher alle Vorwürfe zurückgewiesen, die sexuellen Kontakte seien nicht einvernehmlich gewesen.

Weinstein mit Perücke unterwegs

Der Polizei zufolge traute sich die Schauspielerin nicht früher zu ihrer Aussage – aus Angst ihrer Karriere zu schaden. Zudem sei sie nicht sicher gewesen, ob ihr jemand bei der Aussage gegen einen so mächtigen Mann Hollywoods glaube.

Boyce sagte, Weinstein wisse, dass die Polizei mit ihm sprechen wolle. Er hat eine Wohnung und ein Büro seiner Produktionsfirma in New York. Am Freitag war der Aufenthaltsort des Produzenten aber unbekannt. Die Nachrichtenwebseite TMZ meldete, Weinstein sei mit Perücke und Kappe verkleidet in einem Restaurant in Phoenix gesichtet worden.

AP/roy

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