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«Dr. Tod» ist schwer krank

Der Erfinder von «Körperwelten», Gunther von Hagens, ist an Parkinson erkrankt. Seinen Traum von einer «Grossmanufaktur» für Leichenpräparate gibt er darum auf.

Erkenne dich selbst: Die Ausstellung «Körperwelten» löste auch in Zürich Faszination darüber aus, dass ein derart komplizierter Organismus überhaupt funktioniert.
Erkenne dich selbst: Die Ausstellung «Körperwelten» löste auch in Zürich Faszination darüber aus, dass ein derart komplizierter Organismus überhaupt funktioniert.
Doris Fanconi
Gunther von Hagens posiert in der Ausstellung Körperwelten am Donnerstag, 10. September 2009 in Zürich.
Gunther von Hagens posiert in der Ausstellung Körperwelten am Donnerstag, 10. September 2009 in Zürich.
Keystone
Für schwache Nerven war das nichts.
Für schwache Nerven war das nichts.
Keystone
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Er ist der Mann, der Tote in gewisser Hinsicht wieder zum Leben erweckt: Gunther von Hagens. Der Erfinder von «Körperwelten», der Leichen konservierte und der breiten Öffentlichkeit zugänglich machte, faszinierte und empörte mit seinen Präparaten weltweit.

Doch nun musste der 65-Jährige die Vergänglichkeit des Körpers am eigenen Leib erfahren. Wie er an einer Pressekonferenz unter Tränen mitteilte, ist er an Parkinson erkrankt. Von Hagens, der wegen seiner Idee, die Anatomie des Menschen an Toten für jedermann verständlich zu machen, auch Dr. Tod genannt wurde, habe die Diagnose vor zwei Jahren bekommen, wie die deutsche Zeitung «Bild» berichtet.

«Wie ein kleines Kind»

Seitdem kämpfe er mit der «Krankheit, die das Nervensystem zerfrisst und nicht heilbar ist». «Immer wieder stolpere ich herum wie ein kleines Kind», sagte von Hagens gemäss «Bild» an der Pressekonferenz.

Parkinson-Patienten sind in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt. Sie können sich immer schlechter bewegen, erfahren Muskelstarre und Muskelzittern.

Nur dank Elektroden, die ihm ins Gehirn verpflanzt wurden, könne er normal sprechen, so von Hagens.

130 Stellen werden abgebaut

Da er sich nun an einem «Wendepunkt» in seinem Leben befinde, verzichte er auf die geplante «Etablierung einer Grossmanufaktur zur Herstellung menschlich-anatomischer Präparate».

Gemäss «Bild» sollen im Unternehmen von Hagens bis Ende Januar 130 Stellen gestrichen werden. 50 bleiben vorläufig erhalten.

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