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Berner Box-Weltmeisterin erhält wegen Bulimie eine IV-Rente

Die 32-jährige Aniya Seki hat am 20. August als erste Schweizerin einen Box-Weltmeistertitel errungen. Ausserhalb des Rings kämpft die Bernerin mit einer so starken Bulimie, dass sie deswegen eine volle IV-Rente bezieht.

Höchstleistung trotz Bulimie. Aniya Seki bei ihrem Kampf gegen Natascha Guthier am 20. August in Bern.
Höchstleistung trotz Bulimie. Aniya Seki bei ihrem Kampf gegen Natascha Guthier am 20. August in Bern.
Andreas Blatter

Wie der «Blick» heute berichtet, hat die Berner Boxerin Aniya Seki ein schweres gesundheitliches Problem. Seit Jahren leide die Weltmeisterin im Superfliegengewicht an der Ess-Brech-Sucht Bulimie.

Sie kämpfe bereits seit dem 13. Lebensjahr gegen die Krankheit an und werde davon psychisch stark beeinträchtigt, berichtet die 32-Jährige. In ihrer schlimmsten Zeit sei sie nur noch 44 Kilo schwer gewesen, heute wiege sie 55 Kilogramm.

IV-Rente für die Spitzensportlerin

Die Bulimie ist bei der Bernerin mit japanischen Wurzeln so stark ausgeprägt, dass sie seit Januar 2007 eine volle IV-Rente bezieht. Wegen ihrer Spitzenleistung im Weltmeisterschafts-Kampf sei das zuständige Amt nun aber stutzig geworden und habe die Rente für den August sistiert.

Seki sieht sich nicht als Betrügerin. Das Boxen gebe ihr beim Kampf gegen die Krankheit Halt, und sie wolle sich mit dem Kampfsport selber heilen. Besiegt habe sie die Sucht allerdings noch nicht. Sie stehe jeden Morgen auf und müsse sich dann entscheiden, ob sie an diesem Tag kotzt oder trainiert.

Psychologin gibt ihr recht

Wenn sie einen Absturztag habe, könne sie nicht trainieren, sagt Seki. Mittlerweile habe sie sich aber mit dem Boxen so weit aufgebaut, dass sie den Alltag meistern könne. Ihr Ziel sei es zudem, auf eigenen Beinen zu stehen und nicht mehr auf die Rente angewiesen zu sein.

Psychologin Christiane Schräer, bestätigt im «Blick», dass es durchaus möglich sei, dass eine topfitte Profi-Sportlerin unter Bulimie leide. Sie betont, dass vor allem Sportler, die ästhetische Disziplinen wie Eiskunstlaufen oder Ballett ausüben, von der Krankheit betroffen seien.

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