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Berlusconi gewinnt Rosenkrieg

Die Ex-Frau Silvio Berlusconis erhält ab sofort kein Geld mehr – und muss 60 Millionen Euro zurückgeben.

Veronica Lario und Silvio Berlusconi im Jahr 2004. Foto: AP, Keystone
Veronica Lario und Silvio Berlusconi im Jahr 2004. Foto: AP, Keystone

Alles an dieser Geschichte ist episch und extravagant: die Summen, der Streit, die Protagonisten. Der Rosenkrieg zwischen den früheren Eheleuten Silvio Berlusconi und Veronica Lario dauert schon seit acht Jahren, ist reich an barocken Episoden und nimmt nun eine radikale Wende. Zugunsten des «Drachens», wie Lario Berlusconi in einem offenen Brief einmal nannte.

Das Mailänder Berufungsgericht hat gestern entschieden, dass Berlusconi seiner Ex ab sofort keinen Unterhalt mehr entrichten muss. Bisher bezahlte er ihr 1,4 Millionen Euro, und zwar pro Monat. Mehr noch: Die ehemalige Schauspielerin, die bürgerlich Miriam Bartolini heisst und heute 61 Jahre alt ist, muss die bereits erhaltenen Alimente zurückgeben. Das sind fast 60 Millionen Euro. Für Berlusconi, der gerade sein politisches Comeback gibt, ist das ein Sieg auf der ganzen Linie – ein Triumph, vielleicht noch süsser als der über seine politischen Gegner. Die Berufungsrichter folgten mit ihrem Urteil einem Präzedenzfall, der vor einigen Monaten am Kassationshof, Italiens höchstem Gericht, verhandelt worden war. Da klagte ein ehemaliger Wirtschaftsminister in seinem eigenen Scheidungsverfahren gegen das bis dahin allgemeingültige Prinzip, wonach der geschiedene Partner nach der Trennung ein Leben mit denselben Annehmlichkeiten führen dürfen soll, die er davor genossen hatte. Der Minister argumentierte, seine Ex sei wirtschaftlich unabhängig, sie könne selbst für ihren Unterhalt aufkommen. Er gewann den Prozess, das Prinzip fiel.

Ex ist sehr vermögend

Nur wenige Tage später rollten Berlusconis Anwälte den Fall ihres Mandanten neu auf und beriefen sich dabei auf das Urteil der obersten Richter. Lario könne sehr wohl für sich selber aufkommen, hiess es im Rekurs, sie verfüge schliesslich über ein Vermögen von mindestens 16 Millionen Euro, über teuren Schmuck, ausserdem leite sie mehrere Immobiliengesellschaften. Larios Anwälte wehrten sich, die Abkehr vom alten Prinzip sei falsch, es verstosse gegen den Sinn des italienischen Scheidungsrechts. Doch das brachte nichts.

Die beiden hatten sich 1980 kennen gelernt, lange bevor der Medienunternehmer in die Politik wechselte. Sie fiel ihm auf der Bühne auf, in einem Theaterstück. Er liess ihr Blumen bringen, man traf sich hinter den Kulissen. Zehn Jahre lang hatten die beiden ein Verhältnis, dann heirateten sie.

Es war Silvio Berlusconis dritte Ehe. Er setzte die schöne, zwanzig Jahre jüngere, aber immer reservierte Veronica auch politisch ein: In seiner bunten und autobiografischen Wahlkampfbroschüre «Una storia italiana» (Eine italienische Geschichte), die er 2001 millionenfach drucken und an alle Haushalte schicken liess, waren einige Seiten ihr gewidmet. Das Kapitel trug einen schönen Titel: «Veronica, meine grosse Liebe». Drei Kinder brachte sie zur Welt, sie sind nun alle gross. Zum Bruch kam es, als Veronica Lario erfuhr, dass sich ihr Mann nebenbei mit vielen jungen, mitunter auch verboten jungen Damen vergnügte.

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