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Mächtig Ärger wegen Kates Busen-Foto

Ein französisches Magazin gelangte an Paparazzi-Bilder von Herzogin Kate. Das brachte viel Aufmerksamkeit – und nun den Gang vor die Richter.

Verwiesen auf die Exzesse der Boulevardpresse, die Prinzessin Diana in Frankreich erfahren musste: Kate, Herzogin von Cambridge, und Prinz William.
Verwiesen auf die Exzesse der Boulevardpresse, die Prinzessin Diana in Frankreich erfahren musste: Kate, Herzogin von Cambridge, und Prinz William.
Keystone
Verteidigt die Interessen der Royals: Der französische Anwalt Jean Veil kommt im Gerichtsgebäude in Nanterre an.
Verteidigt die Interessen der Royals: Der französische Anwalt Jean Veil kommt im Gerichtsgebäude in Nanterre an.
Keystone
Klare Ansage: Am Prozess gegen die sechs Journalisten ist Filmen im Gerichtsgebäude verboten.
Klare Ansage: Am Prozess gegen die sechs Journalisten ist Filmen im Gerichtsgebäude verboten.
Keystone
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Ein kürzlich verheiratetes Paar geniesst seine Ferien in Frankreich. Die beiden sonnen sich auf einem Privatgelände eines Château. Die Frau trägt nur das Höschen ihres Bikinis. So weit klingt alles recht unspektakulär, wäre das Paar nicht Kate, Herzogin von Cambridge, und Prinz William.

Genau aus diesem Grund drückten Paparazzi ab. Mit Teleobjektiv sollen sie im September 2012 Bilder von den Royals geschossen haben, die anschliessend im Magazin «Closer» erschienen. «Oh my God!» prangte auf der Titelseite. Und dann macht sich das Magazin lustig: Ihr Motto: «Ferien. Ich vergesse alles: Die Düsterkeit in London und sogar der Badeanzug bleiben im Koffer.» Das Ganze sorgte für mächtig Wirbel, nicht nur in der Klatschpresse, sondern auch im britischen Königshaus, das «absolutely not amused» war: «Die Bilder wecken Erinnerungen an die schlimmsten Exzesse der Presse und Paparazzi während des Lebens von Prinzessin Diana.»

1,5 Millionen Euro Schadenersatz

Auch in juristischen Kreisen sorgte der Fall für Aufruhr. In einem Eilverfahren untersagte die französische Justiz damals jegliche Weiterverbreitung der Fotos. Zudem stellten William und Kate Strafanzeige. Nun – am Dienstag vor Gericht in Nanterre bei Paris – wurde bekannt, dass die Royals wegen der aufsehenerregenden Oben-ohne-Fotos 1,5 Millionen Euro Schadenersatz vom Magazin fordern. Diese Zahl nannte «Closer»-Anwalt Paul-Albert Iweins. Die Staatsanwaltschaft fordert zusätzlich «sehr hohe Geldstrafen». Eine konkrete Zahl nannte sie jedoch nicht.

«Closer»-Anwalt Iweins kritisiert: Die Schadenersatzforderungen seien überzogen. Er sagt, er verstehe die Aufregung nicht: «Der Artikel hat alle glücklich gemacht, von den Lesern bis zur königlichen Familie – was immer sie sagen mögen –, denn das Paar wurde in sehr schmeichelhaftem Licht präsentiert.» Kate und William sehen das ganz anders. Ihnen geht es ums Grundsätzliche. Sie lassen sich von ihrem Anwalt Jean Veil zitieren: «Wir kennen Frankreich und die Franzosen. Und wir wissen, dass sie grundsätzlich die Privatsphäre respektieren, auch diejenige ihrer Gäste. Die heimliche Art und Weise, wie die Fotos gemacht wurden, hat uns schockiert und stellt eine Verletzung unserer Privatsphäre dar.»

Sechs Journalisten vor Gericht

Angeklagt wurden «Closer»-Chefredaktorin Laurence Pieau, der damalige Chef des «Closer»-Verlags Mondadori, Ernesto Mauri, und zwei Paparazzi einer Pariser Foto-Agentur. Diese sollen die Oben-ohne-Aufnahmen geschossen haben, was sie aber bestreiten. Ihnen wird eine Verletzung der Privatsphäre des Paares vorgeworfen. Die französische Polizei hat durch einen Abgleich von Handydaten und Hotelreservierungen zeigen können, dass sich die Fotografen damals in der Gegend aufhielten.

Dazu sollen nach Ansicht der Königlichen nochmals 50’000 Euro Schadenersatz von der Regionalzeitung «La Provence» kommen. Die Zeitung hatte die Fotos eine Woche vor der «Closer»-Publikation veröffentlicht – allerdings waren Kates Brüste darauf nicht zu sehen. Doch den Royals geht es ums Prinzip. Daher stehen nun auch der damalige Herausgeber von «La Provence» und eine Fotografin des Blatts vor Gericht.

Das Urteil soll am 4. Juli verkündet werden.

SDA/DAPD/spu

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