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Turbulente ZeitenPannen, Pech und Pleiten: Harry und Meghan in Los Angeles

Prinz Harry und Herzogin Meghan wollen in den USA ein neues Leben beginnen – ein Drama in sechs Akten.

Bye, bye: Prinz Harry und seine Frau Meghan haben sich von ihren royalen Pflichten zurückgezogen und leben nun in Los Angeles.
Bye, bye: Prinz Harry und seine Frau Meghan haben sich von ihren royalen Pflichten zurückgezogen und leben nun in Los Angeles.
Foto: Chris Jackson/Getty Images

Von einem gescheiterten Patentantrag über einen Rassismus-Skandal von Meghans langjähriger Freundin bis hin zu aufdringlichen Paparazzi: Harrys und Meghans neues Leben in Los Angeles ist turbulent, wie folgende Punkte beweisen.

1. Antrag für Wohltätigkeitsorganisation wurde abgelehnt

Wie Medien berichten, wurde Harrys und Meghans Antrag, ihre Wohltätigkeitsorganisation «Archewell» zu gründen, vom US-Patentamt abgelehnt. Das britische Boulevardblatt «The Sun» hatte Einsicht in die Dokumente des US-Patent- und Markenamts. Darin wurden gleich mehrere Punkte bemängelt.

So sei der Zweck der Charity-Organisation etwa «zu vage» und müsse präzisiert werden, schreibt die Behörde. Die «Bereitstellung einer Website mit Inhalten, die sich auf Philanthropie, Geldspenden, Freiwilligenarbeit und Karrieremöglichkeiten beziehen», sei zu weit gefasst. Darüber hinaus habe das Ehepaar die Anmeldegebühr nicht bezahlt und den Antrag nicht unterschrieben.

Harry und Meghan haben nun noch bis zum 22. August Zeit, die Dokumente erneut und komplett einzureichen. Ansonsten wird ihr Antrag eingestellt.

Müssen noch einmal über die Bücher: Harrys und Meghans Patentantrag wurde abgelehnt.
Müssen noch einmal über die Bücher: Harrys und Meghans Patentantrag wurde abgelehnt.
Foto: Samir Hussein/Getty Images

Die gemeinnützige Stiftung «Archewell» soll ein Zentrum sein, um welches das Paar sein zukünftiges Branding aufbauen will. Wegen der Corona-Krise und der aktuellen Massenproteste haben Harry und Meghan die Pläne ihrer Wohltätigkeitsorganisation bereits Anfang der Woche auf Eis gelegt. «Archewell» wird nicht vor 2021 starten können, hiess es.

Medienberichten zufolge möchte sich das Paar auf die Unterstützung von Covid-19-Hilfsprojekten und der «Black Lives Matter»-Bewegung konzentrieren. So sprach Meghan kürzlich in einem Video über Rassismus und Polizeigewalt gegen Afroamerikaner in den USA.

Harry und Meghan mussten ihre Marke «Sussex Royal» nach ihrem Rückzug aus der königlichen Familie auf Geheiss der Queen aufgeben. Das Paar hatte als Vorbereitung auf sein neues Leben bereits Hunderte Artikel markenrechtlich schützen lassen.

2. Meghans beste Freundin zieht sie in Rassismus-Debatte hinein

Meghans langjährige beste Freundin Jessica Mulroney steht unter Beschuss, nachdem die kanadische Influencerin Sasha Exeter ihr vorgeworfen hatte, ihr «Privileg als weisse Frau» auszunützen. In einem Video erklärt Exeter, dass Mulroney sie schriftlich bedroht habe, ihre Karriere zu zerstören. Der Grund: Exeter rief auf sozialen Medien Influencer und Blogger dazu auf, sich für die «Black Lives Matter»-Bewegung einzusetzen. Mulroney soll sich davon beleidigt gefühlt haben.

Nachdem Exeter das Video auf Instagram gepostet hatte, entschuldigte sich Jessica Mulroney öffentlich. In einem Statement schrieb sie unter anderem: «Ich habe mit meiner engsten Freundin eine sehr öffentliche und persönliche Erfahrung gemacht, in der ihre Hautfarbe im Vordergrund stand. Diese Erfahrung war zutiefst lehrreich.» Mulroney bezieht sich dabei auf ihre langjährige Freundin Meghan. Diese wurde nach ihrer Verlobung mit Prinz Harry in der britischen Presse mehrmals rassistisch angegriffen.

Gleichzeitig mit ihrer öffentlichen Entschuldigung kündigte Mulroney Exeter jedoch eine Verleumdungsklage an – die Exeter wiederum auch veröffentlichte. «Das passiert, wenn sich jemand seiner Privilegien als weisse Person sicher ist», schreibt Exeter. Als alleinerziehende, schwarze Mutter sei ihr dieses Vorgehen nicht unbekannt. «Sie nützt ihre wahrgenommene Macht, um mich zu bedrohen und mich zum Schweigen zu bringen. Das muss aufhören.»

Für Jessica Mulroney hat die Geschichte nun berufliche Konsequenzen. Meghan, die sich für die Rechte von Frauen und Afroamerikanern einsetzt, soll über das Verhalten ihrer Freundin zutiefst beschämt sein. Bisher hat sie sich jedoch noch nicht dazu geäussert.

Meghan und Jessica Mulroney sind bereits seit mehreren Jahren enge Freundinnen: Dieses Foto entstand bei einem Dinner in Toronto 2016.
Meghan und Jessica Mulroney sind bereits seit mehreren Jahren enge Freundinnen: Dieses Foto entstand bei einem Dinner in Toronto 2016.
Foto: George Pimentel/Getty Images

3. Meghan darf ihren Blog nicht wieder aufnehmen

Medienberichten zufolge möchte Meghan ihren alten Lifestyle-Blog «The Tig» wieder aufnehmen. Vor ihrer Verlobung mit Prinz Harry schrieb die ehemalige Schauspielerin darin über Essen, Reisen, Mode und ihr Leben als Schauspielerin. Aufgrund der Regeln des britischen Königshauses musste Meghan ihren Blog einstellen.

Nun soll der Manager des Ehepaares, Andrew Meyer, kürzlich die Marke «The Tig» erneuert haben. Laut CNN will Meghan mit dem Relaunch ihres Blogs mit Gwyneth Paltrow und deren erfolgreicher Lifestyle-Marke Goop konkurrieren.

Dass die ehemalige Herzogin auf ihrem Blog bald wieder Texte veröffentlicht, ist jedoch unwahrscheinlich. Obschon Harry und Meghan als Senior Members der königlichen Familie zurückgetreten sind, sind Meghan laut dem Protokoll noch immer jegliche Vermerke untersagt. «The Tig» müsste daher als markenloses Unternehmen agieren. Das macht einen Relaunch ihrer Website fast unmöglich.

Seltener Auftritt: Meghan gibt Anfang April ein Interview bei «Good Morning America».
Seltener Auftritt: Meghan gibt Anfang April ein Interview bei «Good Morning America».
Foto: ABC News via Getty

Ein Sprecher von Harry und Meghan erläuterte, dass die Marke «The Tig» primär erneuert wurde, um Drittpersonen daran zu hindern, sie zu verwenden und damit fälschlicherweise eine Verbindung zu dem Paar herzustellen.

4. Paparazzi fliegen Drohnen über ihr Anwesen

Nirgends auf der Welt ist die Dichte an Paparazzi so hoch wie in Los Angeles. Stars werden von den Fotografen auf Schritt und Tritt verfolgt. Privatsphäre existiert in Hollywood kaum mehr. Auch Harry und Meghan werden von den Paparazzi nicht verschont. Seitdem das Paar in sein vorübergehendes Zuhause in den Hollywood Hills gezogen ist, soll es Medienberichten zufolge der Polizei von Los Angeles bereits fünf Vorfälle im Zusammenhang mit Drohnen gemeldet haben. Die Drohnen sollen in nur sechs Meter Höhe über das Anwesen geflogen sein und das Paar beim Spielen mit seinem Sohn Archie fotografiert haben.

Ein Sprecher der Polizei von Los Angeles bestätigte gemäss der kanadischen «Huffington Post» Drohnenverstösse in dem Gebiet, in dem Harry und Meghan derzeit leben.

Zum ersten Geburtstag ihres Sohnes Archie haben Prinz Harry und Meghan am Mittwoch aus Los Angeles ein Video veröffentlicht.
Video: Tamedia

Die Berichte über Drohnen sind jedoch nicht die ersten Reibungen zwischen dem Paar und den Paparazzi. Während der Corona-Krise lieferten Harry und Meghan in Zusammenarbeit mit dem Projekt «Angel Food» Mahlzeiten an Risikopersonen aus. Dabei wurden sie von Fotografen entdeckt und verfolgt. Medienberichten zufolge sollen die Paparazzi dabei mit ihrem aggressiven Fahrverhalten fast einen Unfall verursacht haben.

Aufgrund der sich häufenden Meldungen soll sich Prinz William bereits seit einigen Wochen grosse Sorgen um die Sicherheit seines Bruders und von dessen Familie machen. Die beiden Brüder nähern sich nach Harrys Umzug einander langsam wieder an. William soll Harry gebeten haben, zurück nach London zu ziehen. Das Paar lebt in Hollywood zwar in einem bewachten Quartier, soll sich aber erst seit den Drohnenvorfällen um ein privates Sicherheitsteam bemüht haben.

5. Harry fühlt sich verloren in Los Angeles

Prinz Harry soll sich noch immer nicht an sein neues Zuhause in den USA gewöhnt haben. Medienberichten zufolge fühlt sich der 35-Jährige verloren in Los Angeles. Im Gegensatz zu seiner Frau Meghan hat Harry weder Freunde noch einen Job in der Stadt. Zudem fehle ihm die Struktur, die er in seinem früheren Leben als Royal hatte.

Die Corona-Krise machte es ihm nicht leichter, Anschluss zu finden. Während Meghan die Nähe zu ihrer Mutter Doria geniesst und bereits in Verhandlungen für mehrere Filmprojekte stecken soll, kümmere sich Harry derzeit hauptsächlich um ihren gemeinsamen Sohn Archie.

Aus Los Angeles: Prinz Harry spricht in einer Videobotschaft Anfang Mai über die Invictus Games, die wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden können.
Aus Los Angeles: Prinz Harry spricht in einer Videobotschaft Anfang Mai über die Invictus Games, die wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden können.
Foto: Invictus Games Foundation via Reuters

6. Experte bezeichnet sie als «die grossen Verlierer der Pandemie»

Der Royal-Experte und Autor Phil Dampier fällt ein vernichtendes Urteil über Harry und Meghan nach dem Rückzug von ihren royalen Pflichten. Das Paar hat laut Dampier die Gelegenheit verpasst, sein Image nach dem Ausstieg zu stärken. Während die Mitglieder der britischen Königsfamilie in der Corona-Krise an Beliebtheit gewonnen hätten, seien Harry und Meghan in Vergessenheit geraten. «Sie sind die grossen Verlierer in dieser Sache», sagt Dampier gegenüber «The Express». «Sie wirken etwas isoliert und irrelevant in diesem Land.»

Tatsächlich war es um das Paar während der Pandemie sehr ruhig. Im Gegensatz dazu meldeten sich Prinz William und dessen Frau Herzogin Kate mehrmals per Videoschaltung aus dem Homeoffice. «Sie haben ihre Rolle sehr gut gespielt und dadurch an Popularität gewonnen», sagt Dampier.

Ihre Beliebtheit steigt: Prinz William und Herzogin Kate danken per Videoschaltung Sozialarbeitern in Wales für ihren Einsatz während der Corona-Krise.
Ihre Beliebtheit steigt: Prinz William und Herzogin Kate danken per Videoschaltung Sozialarbeitern in Wales für ihren Einsatz während der Corona-Krise.
Foto: Kensington Palace via Reuters

Der Royal-Experte sieht für Harry und Meghan jedoch noch immer eine Chance, in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden: «Sie könnten international oder in den USA immer noch gross werden. Aber ich denke, die Menschen in Grossbritannien zucken nur noch mit den Schultern, wenn sie ihre Namen hören.»