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Die Gasparins gegen den Rest der Welt

Nach neun Winterspielen vor Ort sitzt unser Autor dort, wo alles begann: Vor dem Fernseher. Heute: Das neue Schweizer Gefühl beim olympischen Biathlon.

Ich nehme alles zurück, was ich je über Biathlon gesagt habe, und behaupte das Gegenteil. Ich werde nie mehr spotten, wenn auf deutschen Kanälen während des Winters zu jeder Tages- und Nachtzeit Skijägerinnen und Skijäger über den Bildschirm flitzen, sich schwarze Punkte in weisse verwandeln und sich Reporterstimmen in der Euphorie überschlagen. Denn seit gestern Nachmittag weiss ich: Biathlon ist verdammt spannend. Die teuflische Kombination aus Hetzen und Ganzruhigbleiben fesselt die Zuschauer. Es gibt wohl keine andere Sportart, in der Träume so telegen platzen können, und auch keine, in der so schön mit dem Konjunktiv gespielt werden kann – auch wenn das bei Fachleuten wie Mathias Simmen, unserem Co-Kommentator, verpönt ist. Bevor Reporter Herbert Zimmermann es wagte, Wörter wie «hätte» und «wäre» in den Mund zu nehmen, hatten wir Mathematiker auf dem Sofa längst ausgerechnet, dass es für Selina Gasparin eine Medaille gegeben hätte, wenn...

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