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«Jeder gibt einfach alles, damit wir kein Tor kassieren»

Die Schweizer Eishockeyaner gewinnen gegen Tschechien 1:0 und sicheren sich den zweiten Gruppenplatz. Goalie Jonas Hiller feiert seinen zweiten Shutout an Olympia.

Wie schon gegen Lettland lässt Jonas Hiller auch gegen die Tschechen keinen Treffer zu. Der Goalie der Anaheim Ducks bringt die NHL-Stars Jaromir Jagr & Co fast zur Verzweiflung.
Wie schon gegen Lettland lässt Jonas Hiller auch gegen die Tschechen keinen Treffer zu. Der Goalie der Anaheim Ducks bringt die NHL-Stars Jaromir Jagr & Co fast zur Verzweiflung.
Keystone
Egal, wie sehr der Appenzeller Torhüter auch bedrängt wird, er verliert nie die Ruhe und Übersicht. Er ist jetzt in 120 olympischen Minuten unbezwungen – eine unglaubliche Statistik.
Egal, wie sehr der Appenzeller Torhüter auch bedrängt wird, er verliert nie die Ruhe und Übersicht. Er ist jetzt in 120 olympischen Minuten unbezwungen – eine unglaubliche Statistik.
Keystone
Am Ende führen Hiller, das Glück, aber auch das tüchtige Verhalten in der Defensive zum knappen Sieg. Zu recht beglückwünschen die Schweizer nach den 60 turbulenten Minuten ihren starken Goalie.
Am Ende führen Hiller, das Glück, aber auch das tüchtige Verhalten in der Defensive zum knappen Sieg. Zu recht beglückwünschen die Schweizer nach den 60 turbulenten Minuten ihren starken Goalie.
Keystone
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Das entscheidende 1:0 gegen Tschechien erzielte Klotens Simon Bodenmann, der gegen Schweden noch überzählig gewesen war, in der 15. Minute mit einem präzisen Schuss aus dem Slot heraus. Die Basis zum Tor bildete ein gutes Forechecking der Sturmkollegen Denis Hollenstein und Kevin Romy. Die Führung war zwar angesichts der grösseren Spielanteile und einigen vergebenen Möglichkeiten verdient.

Allerdings hatte die Schweizer Auswahl kurz zuvor zweimal Glück gehabt, vergab doch Jaromir Jagr zwei Topchancen, wobei er bei der zweiten am Pfosten scheiterte. Auch sonst liess der Superstar an seinem 42. Geburtstag immer wieder die Klasse aufblitzen, auch er schaffte es aber nicht, den überragenden Jonas Hiller zu bezwingen. Der Goalie der Anaheim Ducks blieb dank 26 Paraden auch bei seinem zweiten Einsatz in Sotschi nach dem 1:0 gegen Lettland ungeschlagen, auch weil Milan Michalek in der 17. Minute nur den Aussenpfosten getroffen hatte.

Auch viel Glück

Überhaupt präsentierten sich die Schweizer im ersten Drittel in der Defensive nicht so stabil wie beim 0:1 gegen Schweden. Nach der ersten Pause gelang aber die gewünschte Steigerung, die Tschechen kamen in den zweiten 20 Minuten nur noch selten gefährlich vors Tor. Im Schlussabschnitt wurde es dann noch ein paar Mal – vor allem in Unterzahl – brenzlig, so traf Tomas Plekanec nur die Latte (46.). In der Offensive konnte sich die SIH-Auswahl kaum noch auszeichnen. Die beste Chance vergab Martin Plüss in der 59. Minute.

Die Schweizer feierten den vierten Sieg in Serie gegen Tschechien an einem Grossanlass. Auch bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin hatten sie den zwölffachen Weltmeister (inklusive Tschechoslowakei) mit 3:2 bezwungen. Damals war dies allerdings noch als Überraschung zu werten, diesmal nicht, auch wenn die Tschechen, die das älteste Team in Sotschi stellen, mit 16 NHL-Spielern antraten.

Slowaken oder Österreicher?

Nach der Partie stellte ein zufriedener Hiller gegenüber SRF fest, dass «wir extrem solid defensiv spielen. Wir lassen dem Gegner kaum eine Torchance zu.» Der Appenzeller, dessen Vertrag bei Anaheim in diesem Sommer ausläuft, ging mit dem Lob an seine Vorderleute noch weiter: «Jeder gibt einfach alles, dass wir kein Tor kassieren.» Captain und Verteidiger Mathias Seger meinte: «Wenn man 1:0 gewinnt, so ist das für ein Verteidiger immer der schönste Sieg. Das bedeutet auch, dass wir defensiv alles richtig gemacht haben.» Und die zu geringe Torausbeute? «Wir kommen wenigstens zu Chancen, irgendwann werden die Stürmer auch wieder mehr Tore schiessen», blieb der Routinier, der bisher sehr solid auftrat, optimistisch.

Der nächste Einsatz steht für die Schweizer so gut wie sicher am Dienstag an – für die direkte Viertelfinal-Qualifikation müsste ein kleines Wunder geschehen. Der Gegner im Achtelfinal steht noch nicht fest. Läuft jedoch alles normal, trifft der WM-Zweite auf das zweitschlechteste Team der Vorrundenspiele. Nach derzeitigem Stand sind die Slowakei oder Österreich die wahrscheinlichsten Kontrahenten.

Schweiz - Tschechien 1:0 (1:0, 0:0, 0:0) Bolschoi Ice Dome. - 10'235 Zuschauer. - SR Piechaczek/Pollock (De/Ka), Kovachik/Woodworth (Ka/USA). - Tor: 15. Bodenmann (Hollenstein, Romy) 1:0. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 3mal 2 Minuten gegen Tschechien. Schweiz: Hiller; Diaz, Streit; Seger, Julien Vauclair; Weber, Josi; Blindenbacher; Ambühl, Trachsler, Bieber; Niederreiter, Martin Plüss, Moser; Brunner, Cunti, Wick; Bodenmann, Romy, Hollenstein; Gardner. Tschechien: Pavelec; Zidlicky, Smid; Gudas, Kaberle; Zbynek Michalek, Barinka; Rozsival; Jagr, Plekanec, Cervenka; Hemsky, Krejci, Milan Michalek; Voracek, Hanzal, Erat; Frolik, Nedved, Palat; Novotny. Bemerkungen: Schweiz ohne Suri, von Gunten, Stephan (alle überzählig) und Berra (Ersatztorhüter). Pfostenschuss Jagr (14.). Lattenschuss Plekanec (46.). Timeout Tschechien (59:21). Tschechien ab 59:11 ohne Torhüter. - Schüsse: Schweiz 26 (12-6-8); Tschechien 26 (8-10-8). - Powerplay-Ausbeute: Schweiz 0/2; Tschechien 0/4.

si/fal

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