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«Irgend jemand muss ja Vierter sein»

Die Österreicherin Anna Fenninger schnappt sich verdient Gold im Super-G. Lara Gut verfehlt um sieben Hundertstel Bronze und wird Vierte.

Keine Medaille: Lara Gut wird im Super-G Vierte – ein undankbarer Platz, vor allem an Olympia. Die Tessinerin ist auch selbstkritisch: «Es war keine optimale Fahrt von mir.»
Keine Medaille: Lara Gut wird im Super-G Vierte – ein undankbarer Platz, vor allem an Olympia. Die Tessinerin ist auch selbstkritisch: «Es war keine optimale Fahrt von mir.»
Keystone
Gold schnappt sich verdient Anna Fenninger. Die Salzburgerin fährt als einzige Fahrerin fehlerfrei die Strecke herunter.
Gold schnappt sich verdient Anna Fenninger. Die Salzburgerin fährt als einzige Fahrerin fehlerfrei die Strecke herunter.
Keystone
Grosses Pech für die verletzte Tina Weirather an diesen Spielen: Die Lichtensteinerin, die zu den Medaillenkandidatinnen in den Speed-Disziplinen gezählt hat, muss auch für den Super-G passen.
Grosses Pech für die verletzte Tina Weirather an diesen Spielen: Die Lichtensteinerin, die zu den Medaillenkandidatinnen in den Speed-Disziplinen gezählt hat, muss auch für den Super-G passen.
Reuters
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Acht Olympiasiegerinnen gibt es bisher im Super-G, gleich viermal ging die Goldmedaille nach Österreich. Mit Anna Fenninger triumphierte nach Andrea Fischbacher (2010 in Vancouver) und Michaela Dorfmeister (2006 in Turin) bereits die dritte ÖSV-Fahrerin in Folge. Für die 24-jährige Salzburgerin, 2011 in Garmisch bereits Super-G-Weltmeisterin, war der überlegene Triumph in Rosa Chutor gleichbedeutend mit der ersten Olympia-Medaille. An den Tagen zuvor hatte Fenninger in der Super-Kombination (14.) und Abfahrt (ausgeschieden) enttäuscht. «Ich kann das überhaupt noch nicht fassen. Im Moment bin ich überfordert», versuchte die frischgebackene Olympiasiegerin gegenüber SRF ihre Gefühle zu erklären. Auf der Piste zuvor war Fenninger bedeutend entschlossener gewesen: Keine Fahrerin hatte den tückisch gesteckten Kurs so gut im Griff wie sie.

Maria Höfl-Riesch lag bei der letzten Zwischenzeit noch um 14 Hundertstel vor der fünffachen Weltcup-Siegerin Fenninger, ehe ihr im Zielhang ein grosser Fehler unterlief. Am Ende rettete die Deutsche, die vor fünf Tagen Gold in der Super-Kombination gewonnen hatte, mit 0,55 Sekunden Rückstand auf die Salzburgerin immerhin noch den zweiten Platz. Höfl-Riesch hat nun in ihrer olympischen Karriere schon dreimal Gold und einmal Silber geholt. Dritte wurde Nicole Hosp (0,66 Sekunden zurück). Die Österreicherin hatte zuvor als Zweite in der Super-Kombination ebenfalls bereits eine Medaille gewonnen.

«Keine optimale Fahrt»

Die Schweizerinnen holten im Super-G an Winterspielen erst einmal Edelmetall. 1988, bei der olympischen Premiere, war Michela Figini Zweite hinter der Österreicherin Sigrid Wolf geworden. Am Samstag fehlte nicht viel und Lara Gut hätte es ihrer Tessiner Kantonskollegin nachgemacht. Doch die 23-Jährige aus Comano fuhr den Zielhang, wo schon so viele Fahrerinnen vor ihr gepatzt hatte, gar nicht gut. Am Ende fehlten Gut 0,18 Sekunden zu Höfl-Riesch und gar nur sieben Hundertstel zu Hosp. Gut zeigte sich nach ihrer ledernen Medaille zwar enttäuscht, aber auch selbstkritisch: «Es war keine optimale Fahrt von mir. Der untere Teil war auch sehr weich. Ich habe mich einfach durchgekämpft.» Die Schweizerin, die steilere Hänge und härtere Unterlagen bevorzugt, fügte lakonisch an: «Es ist schade, dass es nicht mit einer Medaille geklappt hat. Aber irgend jemand muss ja Vierter sein.» Gut hat jetzt im Riesenslalom die nächste Chance, eine zweite Medaille an diesen Spielen zu holen.

Als zweitbeste Schweizerin klassierte sich in ihrem letzten olympischen Rennen Fränzi Aufdenblatten. Die 33-jährige Walliserin büsste als Sechste 1,27 Sekunden auf Fenninger ein. Unmittelbar dahinter reihte sich Fabienne Suter ein. Die Schwyzerin war mit Startnummer 9 Bestzeit gefahren, nachdem sieben der acht vor ihr gestarteten Fahrerinnen ausgeschieden waren. Doch am Ende schaute für Suter einmal mehr an einem Grossanlass nur eine ehrenvolle Platzierung, aber wiederum keine Medaille heraus. Abfahrts-Olympiasiegerin Dominique Gisin schied aus. Und die angeschlagene Liechteinsteinerin Tinaz Weirather, gewiss eine Medaillenanwärterin, musste Forfait geben.

Rosa Chutor. Super-G der Frauen: 1. Anna Fenninger (Ö) 1:25,52. 2. Maria Höfl-Riesch (De) 0,55 zurück. 3. Nicole Hosp (Ö) 0,66.

4. Lara Gut (Sz) 0,73. 5. Tina Maze (Sln) 0,76. 6. Fränzi Aufdenblatten (Sz) 1,27. 7. Fabienne Suter (Sz) 1,37. 8. Julia Mancuso (USA) 1,52. 9. Viktoria Rebensburg (De) 1,56. 10. Nadia Fanchini (It) 1,68. 11. Regina Sterz (Ö), Verena Stuffer (It) 2,00. 13. Ilka Stuhec (Sln) 2,17. 14. Lotte Smiseth Sejersted (No) 2,28. 15. Edit Miklos (Un) 2,35. – Ausgeschieden: u.a. Dominique Gisin (Sz), Kajsa Kling (Sd), Laurenne Ross (USA), Marie Marchand-Arvier (Fr), Marie-Michèle Gagnon (Ka), Jessica Lindell-Vikarby (Sd), Daniela Merighetti (It), Carolina Ruiz Castillo (Sp), Elisabeth Görgl (Ö), Larisa Yurkiw (Ka), Francesca Marsaglia (It), Stacey Cook (USA).

si/fal

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