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«Das reicht auf diesem Niveau nicht»

Für die Schweizer Eishockeyaner endet das olympische Turnier mit einer herben Enttäuschung. Der WM-Zweite verliert den Achtelfinal gegen Lettland 1:3.

Der Achtelfinal gegen die Letten fängt aus Schweizer Sicht nicht gut an. Nach 9 Minuten gehen die Balten in Führung. Und...
Der Achtelfinal gegen die Letten fängt aus Schweizer Sicht nicht gut an. Nach 9 Minuten gehen die Balten in Führung. Und...
Keystone
...als Morris Trachsler auf der Strafbank sitzt, düpiert der beste Lette, Lauris Darzins, Jonas Hiller zum 2:0. Der NHL-Goalie hat sich für einmal zu spät verschoben.
...als Morris Trachsler auf der Strafbank sitzt, düpiert der beste Lette, Lauris Darzins, Jonas Hiller zum 2:0. Der NHL-Goalie hat sich für einmal zu spät verschoben.
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Das frühe Out in Sotschi ist ein Rückschlag für das Schweizer Eishockey, aber auch für Coach Sean Simpson, der ein wenig zu oft die Sturmreihen durcheinander gewirbelt hat. Als Krisenmanager muss der Headcoach noch zulegen. Aber der Trainer kann nicht die Tore schiessen; das müssen schon seine Schäfchen tun.
Das frühe Out in Sotschi ist ein Rückschlag für das Schweizer Eishockey, aber auch für Coach Sean Simpson, der ein wenig zu oft die Sturmreihen durcheinander gewirbelt hat. Als Krisenmanager muss der Headcoach noch zulegen. Aber der Trainer kann nicht die Tore schiessen; das müssen schon seine Schäfchen tun.
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Vor dem Turnier in Sotschi war von der besten Schweizer Mannschaft aller Zeiten die Rede gewesen, das Team von Sean Simpson konnte die hohen Erwartungen jedoch nicht erfüllen. Wie bereits in der Vorrunde (nur zwei Tore) stimmte Aufwand und Ertrag in der Offensive nicht überein. Zwar verzeichnete die Schweizer Auswahl mehr Torschüsse als die Letten (33:22), doch mangelte es an der nötigen Konsequenz und Genauigkeit im Abschluss. Die grössten Enttäuschungen waren Damien Brunner und Roman Wick, die auch mit Andres Ambühl als Center kaum Akzente setzten und ohne Skorerpunkt aus Sotschi abreisen.

Was Effizienz ist, zeigten die mit Ronalds Kenins (ZSC) und Kaspars Daugavins (Servette) angetretenen Letten in der Startphase. In der 9. Minute brachte Oskars Bartulis die Osteuropäer mit dem zweiten Schuss in Führung, in der 12. Minute erhöhte Lauris Darzins im Powerplay mit dem fünften Schuss auf 2:0. Beim zweiten Gegentreffer hinterliess Jonas Hiller, der in den ersten beiden Partien ungeschlagen geblieben war, nicht den besten Eindruck – der Goalie der Anaheim Ducks verschob nach einem Querpass zu langsam und liess sich in der nahen Ecke erwischen. Danach zeigte Hiller aber eine tadellose Leistung, was auch nötig war. Zwar hatten die Schweizer mehr Spielanteile, doch liessen die Letten in den zweiten 20 Minuten nicht weniger als drei Topchancen zum 3:0 aus.

Allerdings vergaben auch die Schweizer, die ohne Denis Hollenstein (Nackenverletzung) antreten mussten, einige hochkarätige Möglichkeiten. Bereits in der 2. Minute hätte Matthias Bieber das 1:0 erzielen müssen. In der 26. Minute scheiterte Andres Ambühl aus perfekter Position am mirakulös abwehrenden Edgars Masalskis. In der 36. Minute klappte es dank Martin Plüss doch noch mit dem Anschlusstreffer. Und dieser gab sichtlich Auftrieb: Kurz vor dem Ende des zweiten Drittels scheiterte Rafael Diaz in einer Schweizer Druckphase am Pfosten. Die Pause nahm dann den Schwung. Es nützte auch nichts, dass Simpson die Sturmlinien kräftig durcheinanderwirbelte. Die beste Chance zum Ausgleich vergab Reto Suri in der 58. Minute, ehe Darzins mit einem Schuss ins leere Tor alles klar machte.

Die korrekten Einschätzungen von Suri und Josi

Nach der Partie meinte ein enttäuschter Suri wohl stellvertretend für seine Teamkollegen gegenüber der TV-Kamera: «Wir erwischten einen Kaltstart. Dann reagierten wir eigentlich gut. Aber wir konnten die grossen Chancen nicht verwerten, auch ich nicht. Wir waren hier zu wenig kaltblütig, wobei es auch eine Frage des Selbstvertrauens und des fehlenden Glücks war.» Und Josi stellte gegenüber SRF nüchtern fest: «Nur drei Tore in vier Spielen – das reicht auf diesem Niveau einfach nicht.»

Die Schweizer verloren im zwölften Ernstkampf gegen Lettland erst zum zweiten Mal, nachdem sie an der Heim-WM 2009 1:2 nach Penaltyschiessen unterlegen gewesen waren. Die Osteuropäer dagegen stehen erstmals an Olympischen Spielen im Viertelfinal, in dem sie auf Kanada treffen. Die hoch eingeschätze Schweiz ist nicht dabei, dafür die Letten und auch die Slowenen. Die Mission Sotschi endete mit einem Rückschlag für das Schweizer Eishockey.

Achtelfinal: Schweiz - Lettland 1:3 (0:2, 1:0, 0:1) Bolschoi Icedome. – 7912 Zuschauer. – SR Leggo/Rönn (USA/Fi), Kovachik/Schrader (Ka/De). – Tore: 9. Bartulis (Daugavins, Girgensons) 0:1. 12. Darzins (Redlihs/Ausschluss Trachsler) 0:2. 36. Martin Plüss (Suri) 1:2. 60. (59:01) Darzins 1:3 (ins leere Tor). – Strafen: 2mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 1mal 2 Minuten gegen Lettland. Schweiz: Hiller; Diaz, Mark Streit; Seger, Julien Vauclair; Yannick Weber, Josi; Blindenbacher; Niederreiter, Martin Plüss, Simon Moser; Damien Brunner, Ambühl, Wick; Simon Bodenmann, Cunti, Romy; Suri, Trachsler, Bieber; Gardner. Lettland: Masalskis; Bartulis, Kulda; Ozolins, Rekis; Pujacs, Sotnieks; Freibergs, Krisjanis Redlihs; Karsums, Girgensons, Daugavins; Mikelis Redlihs, Sprukts, Darzins; Cipulis, Kenins, Pavlovs; Wasiljevs, Jass, Indrasis. Bemerkungen: Schweiz ohne Berra (Ersatztorhüter), Hollenstein (Nackenzerrung), von Gunten und Tobias Stephan (beide überzählig). Blindenbacher nicht eingesetzt. – Timeout: Schweiz (59:34); Lettland (26.). – Pfostenschüsse Diaz (40.); Girgensons (57./Latte). – Schüsse: Schweiz 31 (11-10-10); Lettland 21 (9-8-4). – Powerplay-Ausbeute: Schweiz 0/1; Lettland 1/2.

si/fal

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