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Hauskrach bei Österreichs Adlern

Skispringer Gregor Schlierenzauer nervt sich, dass sein persönlicher Trainer nicht nach Sotschi reisen durfte und provoziert so Chef Alexander Pointner.

Bei den österreichischen Skispringen herrscht vor dem Springen auf der Grossschanze von heute Abend dicke Luft. Ihre grosse Medaillenhoffnung Gregor Schlierenzauer kritisierte den österreichischen Skiverband (ÖSV) öffentlich für dessen Entscheid, seinen persönlichen Trainer Markus Maurberger die Reise nach Sotschi untersagt zu haben. Nachdem die erfolgsverwöhnte Equipe im Springen von der Normalschanze ohne Medaille geblieben war, kommt diese Kritik aus dem eigenen Lager zur Unzeit.

Weil Maurberger zu Hause bleiben musste, ist Schlierenzauer gezwungen, seine Sprünge per E-Mail und Skype mit Maurberger zu analysieren. Eine suboptimale Wettkampfvorbereitung. «Es wäre schön, wenn ich mit den Trainern, mit denen ich das ganze Jahr über arbeite, auch beim Höhepunkt arbeiten kann», klagte der 24-jährige Tiroler. «Er weiss am besten von allen, wie mein Sprung funktioniert», fügte er an.

«Das ist ganz normal gelaufen»

Schlierenzauer hat 2010 in Vancouver zwei Bronzemedaillen im Einzelspringen gewonnen und Gold mit dem Team. Eine goldene Einzelauszeichnung ist für heute Abend sein grosses Ziel.

Cheftrainer Alexander Pointner rechtfertigte sich auf die Anklage umgehend: Man habe das Trainerteam in Sotschi bewusst klein halten wollen, sagte er und stellte klar: «Gregor hat hier das beste Umfeld, das man sich vorstellen kann.» Auch ÖSV-Sportdirektor Hans Pum hat kein Verständnis für die Kritik des schlaksigen Athleten. «Gregor und Pointner haben miteinander ausgemacht, dass Maurberger nicht da ist. Das ist ganz normal gelaufen», sagte er. Und überhaupt: «Wenn das wirklich der grosse Wunsch gewesen wäre, wäre das auch so gemacht worden.»

Giftige Reaktion des Cheftrainers

Für die Boulevardmedien in Österreich ist der Hauskrach freilich ein gefundenes Fressen – und für Schlierenzauer wird die Aufgabe nicht leichter. Er steht unter besonderer Beobachtung und gehörigem Druck. Pointner sagt mit der Gelassenheit eines Erfolgstrainers recht giftig: «Wenn Gregor Aufmerksamkeit sucht, kann er die sich auf der Schanze holen.»

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