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Colognas Triumph mit Fragen

Dario Cologna hat seine Gegner auf dem Weg zur zweiten Goldmedaille dominiert. Dies ist erstaunlich, aber keineswegs überirdisch.

Wieder zuoberst: Dario Cologna feiert mit seiner Goldmedaille.
Wieder zuoberst: Dario Cologna feiert mit seiner Goldmedaille.
Keystone
Zweites Gold: Dario Cologna freut sich sichtlich.
Zweites Gold: Dario Cologna freut sich sichtlich.
Keystone
...und fliegt weiter dem Ziel entgegen.
...und fliegt weiter dem Ziel entgegen.
AFP
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Dario Cologna hat über 15 km klassisch nicht einfach gesiegt. Er hat seine Gegner dominiert. Den zweitplatzierten Schweden Johan Olsson, der direkt vor ihm startete, überholte er in diesem Rennen im Einzelstart auf der Ziellinie gar. Ein prägnanteres Symbol für seine Überlegenheit gibt es kaum. Und wenn man weiss, dass Cologna noch vor drei Monaten nach einer Knöchelverletzung inklusive Operation der wohl prominenteste Schweizer Wintersportpatient war, muss man sich erst recht ein bisschen die Augen reiben.

Natürlich ist sein Sieg auch einer der Medizin und Physiotherapie. Natürlich ist sein Triumph auch einer des Willens und Glücks. Es ertrug in der Rekonvaleszenzphase keinen Rückschlag. Ansonsten hätte er seine Topform niemals in Sotschi erreicht. Sein besonderer Weg hin zu diesen Spielen stellt gleichzeitig die moderne Trainingslehre infrage. Während seine Gegner nach einem meist problemlosen Aufbau im Sommer auch eine zufriedenstellende Wettkampfphase auf Sotschi hin absolvierten, waren sie gegen den weiterhin angeschlagenen Cologna nun trotzdem chancenlos. Zeigt sich damit (also einmal mehr), dass gerade in solch zeitaufwendigen Sportarten die Mehrheit schlicht zu viel trainiert – und damit zum Saisonhöhepunkt ausgepowert ist?

Die Skeptiker werden eine andere Erklärung heranziehen. Für sie sind solche Leistungen nur mit Chemie erreichbar. Das ist selbst im Fall von Cologna nie zu 100 Prozent auszuschliessen. Sicherheit gibt es kaum je im Leben. Wer allerdings seinen langjährigen, geradlinigen Aufbau über die Jahre kennt und weiss, wie engmaschig er von Antidoping Schweiz kontrolliert wird, hält diese Leistung zwar für erstaunlich, aber keineswegs überirdisch.

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