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Doch noch eine Medaille für die weinende Fechterin

Shin A Lam, die nach ihrer dramatischen Halbfinal-Niederlage an den Olympischen Spielen einen einstündigen Sitzstreik abhielt, bekommt doch noch eine Belohnung.

Alle Dämme brechen: Shin A Lam weint auf der Planche. (30. Juli 2012)
Alle Dämme brechen: Shin A Lam weint auf der Planche. (30. Juli 2012)
Keystone
Die Südkoreanerin protestiert mit einem einstündigen Sitzstreik. (30. Juli 2012)
Die Südkoreanerin protestiert mit einem einstündigen Sitzstreik. (30. Juli 2012)
Keystone
Der bittere Abgang: Zwei Offizielle geleiten Shin A Lam von der Planche. (30. Juli 2012)
Der bittere Abgang: Zwei Offizielle geleiten Shin A Lam von der Planche. (30. Juli 2012)
Keystone
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Gemäss Park Jong Sung, dem Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees von Südkorea, hat der Fecht-Weltverband (FIE) angeboten, Shin A Lam eine Sondermedaille zu verleihen. Damit reagiert die FIA auf die skandalträchtigen Umstände, die zur Niederlage der Südkoreanerin gegen die Deutsche Britta Heidemann geführt hatten. Die letzte Sekunde war viermal angefochten worden, schliesslich setzte Heidemann den entscheidenden Treffer, was ihre unglückliche Kontrahentin zu einem einstündigen Sitzstreik veranlasste.

«Falls eine Sekunde so lange ist, werden wir Menschen ewig leben», spottete der Produzent einer populären südkoreanischen TV-Sendung mit Blick auf die Schlussphase des Duells. Und selbst die Profiteurin Heidemann fand die Geschehnisse merkwürdig. «So etwas darf nicht passieren. Wir brauchen mehr Transparenz. Die Zeitabläufe sollten noch genauer ersichtlich sein», so die nachmalige Silbermedaillengewinnerin.

Heidemann, die in Peking vor vier Jahren Gold geholt hatte, betonte, dass sie sich selbst über die Zeitanzeige schon oft genug aufgeregt habe: «Im Fechten gibt es nun einmal leider die Regel, dass man nur ganze Sekunden sehen kann. Vielleicht sieht man ja irgendwann genauere Zeiten.»

Die Deutsche würdigte zudem das Verhalten von Shin A Lams Entourage: «Der südkoreanische Trainer ist auf mich zugekommen, hat mir die Hand gegeben und mich umarmt. Das war eine wahnsinnig bittere Niederlage für die die Südkoreanerin, von daher war es eine umso tollere Geste, dass der koreanische Trainer klar gemacht hat, dass es eben kein Streit auf Trainer- oder Athletenebene war.»

si/ak

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