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Protest gegen Corona-MassnahmenNur wenige Demonstranten auf dem Bundesplatz

Am Samstag protestierten in Bern die Lockdown-Gegner zum ersten Mal mit einer Bewilligung. Auch die Gegendemonstranten waren unterwegs.

Kurz nach Beginn der Demonstration befanden sich erst um die 200 Demonstrantinnen und Demonstranten auf dem Bundesplatz.
Kurz nach Beginn der Demonstration befanden sich erst um die 200 Demonstrantinnen und Demonstranten auf dem Bundesplatz.
Foto: Barbara Héritier

Auf dem Berner Bundesplatz haben am Samstagnachmittag rund 300 Personen gegen die vom Bund eingeschlagene Politik im Zusammenhang mit dem Coronavirus demonstriert. Mobilisiert dazu hatte allen voran eine Vereinigung mit dem Namen Bürgerforum Schweiz.

Das Forum kritisiert die vom Bundesrat ergriffenen Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. «Weil das Volk Souverän ist wehren wir uns gegen die weitgehend angstgetriebene Führung des Bundesrats» ist etwa auf der Internetseite des Forums zu lesen.

Der rechtskonservative Zürcher SVP-Gemeinderat Daniel Regli hält eine Rede.
Der rechtskonservative Zürcher SVP-Gemeinderat Daniel Regli hält eine Rede.
Bild: Barbara Héritier

Das Forum gruppiert sich um den umstrittenen ehemaligen Zürcher SVP-Mann Daniel Regli, der auch Präsident des Vereins «Marsch fürs Läbe» ist, der schon mehrfach Kundgebungen gegen Abtreibungen durchgeführt hat.

Die Skeptiker der bundesrätlichen Corona-Politik sind eine heterogene Gruppe, zu der sich sowohl Personen Personen mit esoterischem Hintergrund, Impfgegner, Betroffene des Lockdowns, aber auch rechtskonservative Kreise zählen. Herumgeboten werden mitunter auch gängige Verschwörungstheorien.

Die Corona-Skeptiker hatten bereits während des Lockdowns verschiedentlich in Bern demonstriert, damals ohne Bewilligung. Für die Veranstaltung am Samstag hatten sie eine solche eingeholt. Damit die Teilnehmenden ohne Schutzmasken teilnehmen konnten, wurde die Teilnehmerzahl begrenzt.

Drei Sektoren für je 300 Leute wären zur Verfügung gestanden, doch so viele Teilnehmer kamen längst nicht. Das Häufchen von rund 300 Personen versammelte sich vor einer kleinen, mit einer grossen Schweizerfahne behängten Bühne, wo Ansprachen gehalten wurden.

Gegendemonstranten laufen auf

Zahlreiche Polizisten und Polizisten und auch ein Wasserwerfer waren vor Ort. Sie trennten den Bundesplatz vom Waisenhausplatz und sicherten die andern Zugangsstrassen. Dies, weil im Vorfeld Linksautonome zu einer Gegenkundgebung aufgerufen hatten.

Polizisten stehen vor der Anti-Lockdown-Demonstration auf dem Bundesplatz.
Polizisten stehen vor der Anti-Lockdown-Demonstration auf dem Bundesplatz.
Foto: mdü

Tatsächlich formierte sich kurz nach 14.30 Uhr beim Hirschengraben ein Gegen-Demonstrationszug, die die Kundgebung der Lockdown-Gegner stören wollte.

Der Demozug der Gegendemonstranten in der Berner Spitalgasse
Der Demozug der Gegendemonstranten in der Berner Spitalgasse
Foto: spr

Die knapp 200 Personen schrieen antifaschistische Parolen und versuchten zum Bundesplatz zu gelangen. «Die Polizei schützt Nazis», skandierten sie derweil. Doch es gab kein Durchkommen. Der Demonstrationszug wurde auf dem Waisenhausplatz wie auch in der Bundesgasse von der Polizei gestoppt.

Kein Durchkommen auf den Bundesplatz.
Kein Durchkommen auf den Bundesplatz.
Foto: spr

Der Mobilisierungstext der Linken begründet die Gegendemonstration damit, dass immer wieder auch Rechtsextreme an den Corona-Demonstrationen teilgenommen haben. Mitorganisator Regli hatte zudem vor einigen Jahren mit schwulenfeindlichen Aussagen Schlagzeilen gemacht.

Auffällig übrigens auch die hohe Anzahl an Masken bei den Gegenprotestlern – dies ganz im Gegensatz zu den Lockdown-Kritikern.

Verspätungen im ÖV

Bei Bernmobil sorgte die Kundgebung für Verspätungen und Umleitungen. So verkehrten etwa der 10er- und 19er-Bus durch die Marktgasse statt über den Bahnhofplatz.

SDA